Montag, November 08, 2004

Blogger-Blues nach der Wahl


Das Leben nach der geschlagenen US-Wahl stürzt US-Blogger
in die Sinnkrise. Während des Wahlkampfs haben sich die Zugriffe auf ihre Seiten dramatisch gesteigert; für manche Hobby-Blogger sind dank flutartig gestiegener Leserzahl die Weblogs unversehens zu Full-Time-Job samt Inserateneinkommen geraten, berichtet das Wall Street Journal für seine zahlenden Abonnenten.

Markos Moulitsas z.B. soll mit DailyKos.com, das zuletzt fast halb so viele Zugriffe wie die Websites von Bush und Kerry selbst erzielte, während des letzten Halbjahres monatlich 10.000 US-Dollar an Inseraten erlöst haben, in den beiden vergangenen Monaten sogar je 20.000 US-Dollar -- hauptsächlich Wahlkampfinserate, die wenige Tage vor der Wahl schlagartig zurückgingen. Jetzt sind Leser-Interesse und damit Inserateneinkommen abgesackt, bei Wonkette.com nach eigenen Angaben um 50 Prozent.

Bei Blogs (wie auch anderen Onlinemedien) zeigt sich damit ein ähnliches Nutzungsverhalten wie es schon CNN kennt: In Zeiten der Krisen und spannender politischer Events flocken alle zu den Newssites, aber das Interesse lässt schlagartig nach, sobald das jeweilige Ereignis vorbei ist. Quasi News on Demand -- wenn's es nur aushalten, die Blogger.