Sonntag, November 06, 2005

Internet: Das Do-It-Yourself-Medium.

Den Content, den wir lesen, machen wir uns selbst: Falls es noch eine Bestätigung braucht, dass Internet die Partizipation im medialen Produktionsprozess erhöht, dann findet man sie in einer Studie über Online-Verhalten von US-Jugendlichen. Mehr als die Hälfte aller US-Jugendlichen, die online sind, verwenden das Web um selbst zu publizieren: Blogs, Artwork, Fotos, Videos, Musik-Remixes. "Pew American & Internet Life" verfolgt seit Jahren systematisch die Evolution von Onlinegewohnheiten, daher kommt der Studie auch mehr Gewicht zu als den vielen gelegentlichen Erhebungen zum Thema Internet.

Der jugendliche Drang zur eigenen Kreation ist, wenig überraschend, wesentlich stärker ausgeprägt als der erwachsene – jetzt könnte man darüber philosophieren, ob dies nahe legt dass künftige Erwachsene kreativere Mediennutzer sind, oder ob der Drang zum medialen Betätigung mit den Jahren ähnlich nachlässt wie der Bewegungsdrang.

Was können Medien aus dieser Erhebung lernen? "Traditionelle Medienunternehmen müssen ihre Beziehung mit diesem starken, kommenden Publikum überdenken", kommentiert Lee Rainie, Direktor des Pew Projects, gegenüber BBC News. "Diese Teenager wollen eine dialogische Beziehung mit den Unternehmen, die ihnen Unterhaltung und Wissen liefern, statt eine reine Produzenten-Konsumenten Beziehung."