Fallstricke der Personalisierung
Personalisierung von Medien ist einer der großen potenziellen Nutzen von Online-Medien: So wie Amazon seinen (registrierten) Käufern beim Besuch seiner Homepage Artikel empfiehlt, die aufgrund früherer Einkäufe das Interesse seiner Kunden wecken könnte, können Medien beim Besuch ihrer Leser Empfehlungen zu Geschichten geben, die den speziellen Interessen seiner Leserinnen und Leser entsprechen – und die vielleicht ansonst in der Fülle des täglichen Angebots untergehen.
Diese Entwicklungen sind zwar technisch seit langem möglich, aber werden noch wenig genutzt; so bietet das Wall Street Journal (nur zahlenden Abonnenten zugänglich) eine teilweise nach persönlichen Interessen einzurichtende Startseite, die New York Times ist dabei ein ähnliches Angebot unter "MyTimes" zu entwickeln, für Abonnenten des bezahlten Mehrwertdienstes. Deutschsprachige Online-Medien nutzen diese Möglichkeiten derzeit so gut wie nicht, möglicherweise auch wegen der damit verbundenen Entwicklungskosten.
An anderer Stelle im Netz blüht jedoch Personalisierung und Community Building durch Websites, bei denen sich Leute mit ähnlichen Interessen (und Anschauungen, auf Medien bezogen) zusammenrotten – von Blogs bis zu Flickr oder YouTube und alle Arten von Networking-Sites wie z.B. OpenBC oder MySpace, die unter Social Software laufen. Die von Soziologen "Homophily" genannte menschliche Eigenschaft, dass sich Menschen gern mit seelenverwandten anderen zusammentun, hat aber Fallstricke, beschreibt das O'Reilly Radar (auch ein Beispiel für eine Leserversammlung von Ähnlichgesinnten). Denn wenn man nur das präsentiert bekommt, das einen interessiert, übersieht man leicht anderes, das einen auch interessieren könnte.
Das wird auch die Herausforderung für Medien sein: Eine gute Balance zu finden zwischen dem Wunsch nach möglichst individueller Information, und den Notwendigkeiten auch darüber informiert zu sein, was "nötig" ist und was zunächst kein unmittelbares Interesse von Leserinnen und Leser zu sein scheint.
Diese Entwicklungen sind zwar technisch seit langem möglich, aber werden noch wenig genutzt; so bietet das Wall Street Journal (nur zahlenden Abonnenten zugänglich) eine teilweise nach persönlichen Interessen einzurichtende Startseite, die New York Times ist dabei ein ähnliches Angebot unter "MyTimes" zu entwickeln, für Abonnenten des bezahlten Mehrwertdienstes. Deutschsprachige Online-Medien nutzen diese Möglichkeiten derzeit so gut wie nicht, möglicherweise auch wegen der damit verbundenen Entwicklungskosten.
An anderer Stelle im Netz blüht jedoch Personalisierung und Community Building durch Websites, bei denen sich Leute mit ähnlichen Interessen (und Anschauungen, auf Medien bezogen) zusammenrotten – von Blogs bis zu Flickr oder YouTube und alle Arten von Networking-Sites wie z.B. OpenBC oder MySpace, die unter Social Software laufen. Die von Soziologen "Homophily" genannte menschliche Eigenschaft, dass sich Menschen gern mit seelenverwandten anderen zusammentun, hat aber Fallstricke, beschreibt das O'Reilly Radar (auch ein Beispiel für eine Leserversammlung von Ähnlichgesinnten). Denn wenn man nur das präsentiert bekommt, das einen interessiert, übersieht man leicht anderes, das einen auch interessieren könnte.
Das wird auch die Herausforderung für Medien sein: Eine gute Balance zu finden zwischen dem Wunsch nach möglichst individueller Information, und den Notwendigkeiten auch darüber informiert zu sein, was "nötig" ist und was zunächst kein unmittelbares Interesse von Leserinnen und Leser zu sein scheint.


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