Mittwoch, Mai 23, 2007

Google abschöpfen

Die US-Zeitungsindustrie scheint ein altes Thema neu aufwärmen zu wollen: Von Google Geld für die Verlinkung zu kassieren. Eine Art "Google Quarter" (nach der 25-Cent-Münze) will der neue Eigentümer der Tribune Company (Chicago Tribune, Los Angeles Times), Sam Zell, von Google kassieren. Gemeint sind die Geschichten-Anrisse, die Google bei seiner News-Suche aus den Zeitungen verwendet und mit Links auf Google-Seiten platziert.

In Europa gab es dazu u.a. einen Prozess mit belgischen Zeitungen; das Gericht urteilte, dass die Google-Praxis eine Verletzung des Urheberrechts sei, woraufhin Google die Indizierung der Zeitungen der Gruppe stoppte. Inzwischen gab es einen Vergleich, die Zeitungsgeschichten werden wieder indiziert, ob dafür bezahlt wird ist nicht bekannt. Mit den Agenturen Agence France Press (AFP) und Associated Press (AP) hat Google Lizenzvereinbarungen über die Verwendung von Meldungen und Fotos geschlossen, auch hier sind die Konditionen nicht bekannt.

Eine berechtigte Frage, die seit geraumer Zeit auch in der Blogosphäre debattiert wird (weil es auch hier "Aggregatoren" wie die "Presse" in Österreich gibt, die auf ihren Seiten die RSS-Feeds von Blogs präsentiert), für die harte Daten fehlen. Denn: Natürlich bringt dieser verkürzte Content Google Besucher, aber andererseits bringt er den Medien (auch Blogs) Besucher, wenn diese Leserinnen und Leser auf den jeweiligen Newssite weiter gehen. Kann aber auch sein, dass Headline & Anriss oft genug sind für den schnellen Überblick, dann bringt es Google Visits, den Zeitungen nicht.

Mit einiger Sicherheit hat Google Daten dazu: Denn natürlich registriert die Suchmaschine, wer von einer Seite auf welchen Link weitergeht. Die Forderung muss daher sein: Diese Daten offen zu legen, um der Debatte eine sachliche Basis zu geben.