Samstag, November 20, 2004

Wo Onlinejournalisten gemacht werden


So ein Bild kann ein Blog ganz schön beleben, noch dazu wenn es künftige Onlinejournalisten bei der Arbeit zeigt.

Mittwoch, November 17, 2004

Journalisten: Online schon vor dem WWW

Als Medium der Gegenöffentlichkeit - so lautete der Begriff damals - nutzen Journalisten die Internet-Dienste Chat, Mail und News seit den Achtziger Jahren – schon acht bis zehn Jahre vor der Erfindung des Web; lange bevor der Spiegel in Deutschland und derStandard.at in Österreich online gingen. Das schreibt Gabriele Hooffacker in einer kurzen Geschichte jüngster elektronischer Kommunikation auf onlinejournalismus.de. 1986 berichtete unter anderem die "Bayerische Hackerpost" in ihrem Mailbox-System vom Reaktor-Unfall in Tschernobyl noch bevor Medien das Thema aufgriffen; die Bürgerrechtsbewegung der DDR nutzte 1989 ein Mailbox-Netz für elektronische Kettenbriefe, um Erklärungen zu verbreiten.

Dienstag, November 16, 2004

Onlinemedium in eigener Sache

Journalisten sollten ihren persönlichen Website haben, schreibt Sree Sreenivasan, Professor für Journalismus an der renommierten Columbia University in New York. Warum? Weil sie damit in einer Krise -- sagen wir bei einer Entführung im Irak, wie im Falle des australischen Journalisten John Martinkus -- ihr Leben retten könnten: Die Entführer können verifizieren, dass sie wirklich Journalisten sind und nicht etwa CIA-Agenten. Oder damit niemand mit einem Website in ihrem Namen Schabernack treiben kann, wie das dem New York Times Reporter Adam Nagourney passierte.

Natürlich gibt es banalere Gründe, warum Journalisten sich selbst als Onlinemedium "verkaufen" sollten: Sie definieren sich damit selbst über ihre Arbeit und überlassen dies nicht anderen, vorzüglich den Medien, in denen sie erscheinen. Den eigenen Namen als Domain-Name sichern (wenn er noch nicht vergeben ist), kostet nur einige Euro im Jahr, und auch einfache Websites zu unterhalten kostet fast nichts. Promotion in eigener Sache: Die Chance damit bei Suchabfragen in Google und anderen Searchmaschinen weiter vorne gelistet zu werden steigt damit.

Donnerstag, November 11, 2004

eBay schnappt sich Kleinanzeigen

Es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Auswirkungen diese Meldung aus der Welt des dotcom-Kapitalismus auf Medien haben könnte: Das Online-Auktionshaus eBay kauft um 290 Mio. Dollar Martkplaats.nl, den größten niederländischen Onlinemarkt für Kleinanzeigen.

Kleinanzeigen -- im Verlagsjargon "Rubrikenmärkte" genannt -- waren bisher das Rückgrat von Qualitätsmedien; nach manchen Schätzungen haben Zeitungen wie die F.A.Z. oder die Süddeutsche Zeitung bis zur Hälfte ihres Anzeigenumsatzes mit Kleinanzeigen gemacht, bis sie in den vergangenen drei Jahren dramatisch zurückgingen -- einerseits wegen der Wirtschaftskrise (z.B. höhere Arbeitslosenzahlen = weniger Stellenanzeigen), andererseits wegen des florierenden informellen und formellen Stellenmarkts im Internet. Die schlechte Nachricht: Auch bei besserer Wirtschaftslage kommen die Kleinanzeigen nicht mehr zurück. Darum haben sich die Verlage zunehmend in den Online-Rubrikenmärkten engagiert, um dort ein bisschen von dem verlorenen Geld wieder einzusammeln, siehe stellenanzeigen.de

Die Gleichung sieht jetzt so aus: Weniger Kleinanzeigen = deutlich weniger Kohle für Qualitätszeitungen = schlankere Zeitungen = weniger Qualitätsjournalismus. Aber das schlimmste kommt erst, und damit sind wir wieder bei eBay: Der Kleinanzeigenmarkt im Web ist auf eine Zeitung als Medium nicht mehr angewiesen, er funktioniert einfach für sich. Zwar ist bisher das Amazon.com oder eBay.com der Kleinanzeigen noch nicht entstanden -- aber die Logik ist groß, dass auch bei Kleinanzeigen ein internationaler Anbieter alles an sich zieht. Für eBay, das zuvor schon eine Handvoll anderer Online-Kleinanzeiger erworben hat ("um Erfahrung zu sammeln", wie es in den Unternehmensmitteilungen hieß), wäre eine Kleinanzeige ähnlich wie eine Auktion auch nur eine weitere Form der Transaktion, für die fast alles vorhanden ist: Eine effiziente Technologie zur Abwicklung und ein großer Markenname, den sich selbst Internet-Anfänger merken können. Für Verlage ist in diesem Bild eigentlich kaum noch Platz.

Mittwoch, November 10, 2004

Netzeitung meldet starkes Anzeigenwachstum

Deutschlands Modellprojekt Netzeitung trotzt nach eigenen Angaben dem anhaltend schlechten Anzeigengeschäft in der Verlagswirtschaft, berichtet Pressetext Austria. Der Werbungsumsatz werde im laufenden Jahr um rund 60 Prozent gegenüber 2003 steigen, sagte Geschäftsführer und Chefredakteur Michael Maier im Gespräch mit pressetext.deutschland. Im ersten Halbjahr hat die Netzeitung den Angaben zufolge den Spartenumsatz sogar mehr als verdoppelt. Zahlengenaue Angaben wollte Maier auch nach mehrfacher Nachfrage nicht preisgeben. 3 bis 4 Mio. Euro Umsatz müsste die Netzeitung machen, um den Break Even zu schaffen, der ja schon im Frühjahr bekannt gegeben wurde, sagen Experten. Dieser Rechnung widerspricht Maier nicht. Die Netzeitung beschäftigt 30 fest angestellte und 20 freie Mitarbeiter.

Montag, November 08, 2004

Blogger-Blues nach der Wahl


Das Leben nach der geschlagenen US-Wahl stürzt US-Blogger
in die Sinnkrise. Während des Wahlkampfs haben sich die Zugriffe auf ihre Seiten dramatisch gesteigert; für manche Hobby-Blogger sind dank flutartig gestiegener Leserzahl die Weblogs unversehens zu Full-Time-Job samt Inserateneinkommen geraten, berichtet das Wall Street Journal für seine zahlenden Abonnenten.

Markos Moulitsas z.B. soll mit DailyKos.com, das zuletzt fast halb so viele Zugriffe wie die Websites von Bush und Kerry selbst erzielte, während des letzten Halbjahres monatlich 10.000 US-Dollar an Inseraten erlöst haben, in den beiden vergangenen Monaten sogar je 20.000 US-Dollar -- hauptsächlich Wahlkampfinserate, die wenige Tage vor der Wahl schlagartig zurückgingen. Jetzt sind Leser-Interesse und damit Inserateneinkommen abgesackt, bei Wonkette.com nach eigenen Angaben um 50 Prozent.

Bei Blogs (wie auch anderen Onlinemedien) zeigt sich damit ein ähnliches Nutzungsverhalten wie es schon CNN kennt: In Zeiten der Krisen und spannender politischer Events flocken alle zu den Newssites, aber das Interesse lässt schlagartig nach, sobald das jeweilige Ereignis vorbei ist. Quasi News on Demand -- wenn's es nur aushalten, die Blogger.

Samstag, November 06, 2004

"Ernüchterung" zu 10 Jahre Spiegel Online

"Ernüchternde Realität und unerfüllte Visionen" konstatiert onlinejournalismus.de in einem Dossier zum 10-Jahres-Jubiläum von Spiegel Online, der am 25. Oktober 1994 ins Netz ging. Zufall oder nicht, obenauf in einer langen Latte an Beiträgen findet sich das Resümee unter "Mehr Online als Journalismus: Zehn Jahre Copy und Paste" -- das kann doch nicht alles gewesen sein. Trotzdem: Alles Gute zum Geburtstag, Spiegel Online! im übrigen ein Zwillings-Geburtstag: Auch derStandard.at ist zehn Jahre alt geworden, aber vor lauter "Copy und Paste" offenbar noch nicht zum Feiern gekommen...

Onlinemedien holen E-Mail ein

E-Mail ist zwar (noch) die meistgenutzte Internetverwendung, aber der Konsum von Online-Medien holt rasch auf, zeigt eine aktuelle Studie der Online Publishers Association. Demnach verbrachte der durchschnittliche US-Webkonsument im September zwar 4 Stunden und 52 Minuten mit Online-Kommunikation (Mail), eine halbe Stunde weniger als noch vor einem Jahr, während bereits 4:41 Stunden (plus 48 Minuten) auf Medien-Sites gehen. Der Zuwachs bei der Nutzung von Onlinemedien geht gleichmäßig zulasten von Commerce, Kommunikation und Search. Die Gründe? Hurricans, der Beginn der Pro-Football-Saison, die US-Wahlen und langweilige neue TV-Serien im Herbst, sagt Michael Zimbalist, Präsident der Online Publishers Association.

Blogger und die US-Wahl

Leslie Walker schreibt in der Washington Post anhand der US-Wahlen über die zunehmende Bedeutung, die Weblogs für Medien und den politischen Prozess in den USA gewinnen.

Bei der New York Times findet unter The Blogosphere eine gute Sammlung von Berichten zur Entwicklung von Blogs.

Netzeitung mit Nachrichtensuche

zum thema mypaper/personalisierung und verwandte bereiche kam mir diese meldung unter:

 :: Netzeitung mit News-Suche 

Die Netzeitung, Deutschlands einzige web-only Tageszeitung, bietet jetzt auf ihrem Website eine eigene Nachrichtensuche. In seinem Editorial erklärt Chief Michael Maier das neue Werkzeug: »Zu jedem Artikel in der Netzeitung finden Sie ab sofort verwandte Artikel aus anderen Medien – Transparenz pur! Über das Suchfenster können Sie jeden Begriff suchen und finden, was alle wichtigen Medien schreiben – eine erhebliche Zeitersparnis. Auf den Ressortübersichtsseiten finden Sie Themen-Cluster, die zeigen, was wichtig ist – manchmal ist die automatische Zusammenstellung originell, wie es nur Maschinen sein können.«

Der Newssucher präsentiert bisher Ergebnisse aus über 300 deutschsprachigen Quellen, aber auch aus dem internationalen Web.

>> aufgelesen in Industrial Witchcraft & Technolgy", einem weblog dessen kernthem apple/mac ist, sich aber laufend mit online-entwicklungen beschäftigt >> ich empfehle ein bookmark!