Donnerstag, November 30, 2006

Blog entwickelt eigene Berichterstattung

Das Blog "Huffington Post" wird künftige eigene Berichterstattung vornehmen, teilt uns Arianna Huffington mit. Huffington Post ist ein Politblog, das Meinung von Promi-Bloggern sammelt. Jetzt hat das Blog die frühere Newsweek-Reporterin Melinda Henneberger geheuert, die künftig über den US-Kongress und die US-Wahlen im Jahr 2008 berichten soll, berichtet die New York Times(Gratisregistrierung erforderlich).

Freitag, November 24, 2006

Die Zukunft von Print

"Zeit: Zum Aufstehen gehören Tageszeitungen..."
"Harald Schmidt:
...nein, Spiegel online reicht mir. Den Spiegel als Magazin kaufe ich mir nicht mehr, zehn Minuten als E-Paper, ein bisschen FAZ noch im Netz bis zum Schlüsselchen, weil ich kein Abo hab, das war's dann."

Eine erfrische Zusammenfassung der Perspektive von Print in einem wunderbaren Interview mit Harald Schmidt in der Zeit. Leider nicht online, aber hier ja das Zitat daraus und noch diese Passage zum Trost:
"Zeit: Das Zitat ersetzt den Gedanken?"
"Schmidt: Auf diese Weise sparen Sie unglaublich viel Zeit."

Unsern Podcast gibt uns (nicht) täglich

Der Gebrauch von Podcasts nimmt zu, aber eher schleppend. Zwölf Prozent der US-Internetbenutzer erklären, dass sie Podcasts downloaden um sie später auf einem anderen Gerät anzuhören; im Frühjahr dieses Jahres war dieser Anteil erst bei sieben Prozent. Aber nur ein Prozent lädt sich einen Podcast an einem durchschnittlichen Tag, hat eine Studie von Pew/Internetherausgefunden. 

Mittwoch, November 22, 2006

Rechtsschutz für Blogger

Das Urteil eines kalifornischen Gerichts schützt Blogger und andere Web-Verleger vor Klagen, wenn sie nicht selbst Quelle eines straf- oder zivilrechtlich relevanten Inhalts sind. Klingt kompliziert, bedeutet das: Wenn jemand in seinem Blog eine Information aus anderen Quellen aufgreift (z.B. mittels eines Links oder klare Hinweise, wo es herkommt) kann er oder sie nicht dafür belangt werden – haftbar ist nur der ursprüngliche Autor der entsprechenden Information.

Auf österreichisch übersetzt würde das heißen: Wenn ein Blogger im Wahlkampf die SPÖ-Vorwürfe unter Hinweis auf die SPÖ aufgegriffen hätte, dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel "lügt", dann könnte Schüssel allenfalls die SPÖ, nicht aber andere mit Links oder Berichten darüber klagen.

In Österreich würde nach meiner Einschätzung das Medienrecht anders entscheiden – haftbar ist jedes Medium für die Veröffentlichung, auch wenn's nur der Hinweis auf eine Originalquelle ist. 

Montag, November 20, 2006

Springer: Internet zuerst

"Online first" ist künftig die Devise der Axel-Springer-Zeitungen "Die Welt", "Welt kompakt", "Welt am Sonntag" und "Berliner Morgenpost", berichtet die dpa. Schon seit längerem arbeitet Welt-am-Sonntag-Chefredakteur an einer neuen Organisation der bisher getrennten Zeitungsredaktionen, deren Mitarbeiter künftig für alle Medien des Verlags schreiben sollen. Jetzt gehen "alle wichtigen" fertigen Artikel sofort online und müssen nicht mehr darauf warten, dass die gedruckte Ausgabe fertiggestellt und ausgeliefert wird. Anfang 2007 soll das neu konzipierte Portal "WeltOnline" gestartet werden. Devise: "Web 2.0" und "User Generated Content".

Profi-Blogging

Eine wachsende Zahl von Bloggern verdient damit auch Geld, berichtet der Economist (Artikel nur für zahlende Abonnenten). Zwar sind der überwiegende Teil der derzeit auf 57 Millionen geschätzten Blogs sehr persönliche Affären, von tatsächlich persönlichen Tagebüchern bis zu themenbezogenen Blogs, die aus Lust an der Sache gemacht werden.

Aber inzwischen gibt es eine zweite Art von Blog, die eine Art Nischenmagazin sind: Diese werden erklärterweise als Unternehmen geführt und haben bezahlte Mitarbeiter, die schreiben und Werbung verkaufen. Gawker Media sei ein Paradebeispiel dieser Entwicklung, zu dem das New Yorker Klatsch-Blog Gawker und das Gadget-Blog Gizmodo zählen. Solche Blogs würden auf "achtstellige" Umsatzzahlen kommen und seien sehr profitabel, zitiert der Economist Jason Calacanis, der sein Unternehmen Weblogs Inc inzwischen an AOL (America Online) verkauft hat.

Und noch eine dritte Art von Blog gebe es inzwischen: Das "mom-and-pop-blog", quasi Einpersonen- oder Familienbetriebe, die früher häufig bezahlte oder werbefinanzierte Newsletter für kleine, spezielle Zielgruppen herausgegeben hätten, wie Gigaom.

Diese professionelle Entwicklung werde möglich, da es inzwischen ein Support-"Ökosystem" gebe, das sich vor allem um die Anzeigenakquisition kümmert. Gegen einen entsprechenden Schnitt (rund 40 Prozent) übernehmen es Keilerfirmen, Anzeigen aufzustellen; und natürlich ist auch Googles Adsense Programm für solche Unternehmen eine gute Unterstützung.