Samstag, Dezember 23, 2006

Wir Medienmacher

Weil wir alle "Person des Jahres" sind: Sendung von PulsTV, Wien, über das Time-Cover und was Web 2.0 bedeutet, mit Wortspenden von spu. Video © PulsTV.

Montag, Dezember 18, 2006

"You" – Time's Person des Jahres

Das US-Magazin TIME krönt "uns", oder eigentlich "You", zur Person des Jahres: Die "Power des Internet" macht uns alle zu Medienproduzenten, nicht mehr (oder besser: nicht nur) einflusseinreiche Individuen bestimmen den Lauf der Welten, sondern ein ungeahntes Maß an "community und collaboration", schreibt TIME und stellt dabei auch die Online-Dienste vor, die zu diesem Phänomen beitragen. Vielleicht ein bisschen überzogen, aber es ist schon was dran: Web 2.0 verschiebt das demokratische Gefüge.

Skype-Gründer machen TV

Mit ein paar hunder Millionen Dollar in ihren Taschen aus dem Verkauf von Skype an eBay wenden sich die beiden Skype-Gründer Janus Friis und Niklas Zennstrom jetzt Fernsehen über Internet, IPTV (Internet Protocol Television) zu, berichtet die Financial Times. So wie vor drei Jahren (bei der Gründung von Skype) die Bandbreitenkapazität gerade ausreichend war, um Internet-Telefonie (VoiP) zu starten, sei Breitband jetzt gut genug entwickelt um darüber Fernsehen zu machen; auch YouTube und MySpace zeigen, dass der Zug in diese Richtung geht. Anders als bei Skype, das de facto keine Konkurrenz hatte, sind Friis und Zennstrom allerdings mit ihren TV-Ambition nicht allein: Video gilt als "the next big thing" im Netz; nur wie's richtig geht, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Dienstag, Dezember 05, 2006

Online-Werbung hängt alte Medien ab

Der Werbeausblick der US-Werbeindustrie für 2007 bringt den Online-Medien gute Nachrichten, düstere dagegen für Print, Radio und Radio, berichtet die New York Times (hier der Artikel, Gratisregistrierung erforderlich). Letztere erwartet "nur noch langsames Wachstum und schrumpfendes Publikum", weil die Ausgaben für Werbung dem Verhalten der Konsumenten folgt -- und diese gehen zunehmends Online. Dementsprechend können sich die Websites von Zeitungen auf einen Zuwachs von 22 Prozent im nächsten Jahr hoffen. Manche Voraussagen sehen sogar bereits einen Anzeigenrückgang für die "alten Medien" und noch bessere Zuwächse für Online. Möglicherweise helfen neue Kooperationsversuche zwischen Google und einer Reihe von Zeitungen, den Rückgang ein wenig aufzuhalten, aber am generellen Trend zweifelt keiner der Auguren.

Holman Jenkins bringt dies im Wall Street Journal (nur für zahlende Abonnenten) zu einer relativ radikalen Analyse: Zwar macht Zeitungswerbung noch immer 45 Mrd. Dollar jährlichen Umsatz, und Zeitungen haben Profitmargen von rund 20 Prozent. Aber Sparprogramme haben Grenzen, und die jüngsten Sparmaßnahmen zielen darum logischerweise in erster Linie auf Druck- und Vertriebskosten, der Löwenanteil der Zeitungskosten (Papierränder kappen, kleinere Formate und Umfänge reduzieren, etwa indem Börsenseiten oder Sportresultate gestrichen werden -- das europäische Wall Street Journal im Kleinformat ist dafür selbst ein Beispiel, immer mehr inhaltliches Angebot gibt es nur noch Online). Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis sich eine bedeutende Zeitung dazu entschließe seine Printausgabe zugunsten der Onlineausgabe entweder aufzugeben, oder nur noch als reduzierte Ausgabe bei U-Bahnen, Bahnhöfen und anderen Locations für Pendler zu drucken.

Yahoo und Reuters suchen Augenzeugen

Yahoo und Reuters haben sich zusammengetan, um einen Distributionskanal für Amateur-Bilder zu öffnen. "You Witness" heißt der neue Onlinedienst, der es jedermann und jederfrau ermöglicht, ein Bilder oder Bilder hochzuladen. Diese werden dann von der Reuters Bildredaktion wie alle anderen eingehenden Bilder gecheckt und, so sie die Agentur aus journalistischer Sicht gut heißt, über Reuters an Medien distribuiert. Yahoo wiederum will eine Auswahl der Bilder zu bestimmten Themen auf seinen News-Seiten anbieten, wo es auch Nachrichten einer Reihe von Medien gibt, darunter Associated Press, Reuters oder CNN. Mit "hunderten Millionen von Handykameras" gebe es immer mehr Bilder und Videos von Augenzeugen, die journalistischen Ansprüchen entsprechen, heißt es in der Reuters-Meldung über den neuen Dienst. Vom Bild der brennenden Concorder im Jahr 2000, dem Tsunami in Südostasien bis zu den Bombenanschlägen in der Londoner U-Bahn würde die ersten Bilddokumente von Amateuren und zufälligen Augenzeugen stammen. Man arbeite an einem System, wie Contributors für die Verwendung ihrer Fotos bezahlt werden können; auch Videos sollen künftig geschickt werden können.