Donnerstag, Februar 15, 2007

Kleinanzeigen heimholen

Online hat die Zeitungen eines Gutteils ihres satten Einkommens aus Kleinanzeigen beraubt, jetzt mehren sich die Versuche, einen Teil dieses Gelds wieder heimzuholen. Die New York Times wird künftig mit dem US-Stellenanzeiger Monster Worldwide kooperieren und Monster-Anzeigen auf ihren Seiten (physisch wie virtuell) schalten. 19 Zeitungen des Konzerns tun dabei mit. Bereits früher bekannt gegebene Kooperationen: Yahoo partnert mit sieben Verlagen in 38 US-Bundesstaaten beim Verkauf von Online-Werbung, Google experimentiert damit, für 50 große US-Zeitungen Print-Anzeigen zu verkaufen. Wieder andere Zeitungen kauften sich einfach die Online-Stellenmärkte, die ihnen zuvor ihre Inserate weggeschnappt hatten.

Mittwoch, Februar 14, 2007

Die Online-Einflüsterer

Wer macht Stimmung im Internet und hat Einfluss? Das Wall Street Journal wandelt auf den Spuren der Opinionleaders, die auf "Social Bookmarking" Websites wie Digg.com oder del.icio.us Einfluss darauf haben, was Leute lesen und kaufen. Social Bookmarking oder Social News folgt auf den Spuren von Social Networking wie MySpace oder Xing: User empfehlen anderen Usern, was online lesen- und sehenswert ist, die Reihung dieser Einträge erfolgt per Plebiszit: durch Abstimmung auf den jeweiligen Websites. Wie viele "Web 2.0"-Entwicklungen auch das eine schon seit langem vorhandene Idee (z.B. fragt Amazon seit langem bei Kundenrezessionen wie "nützlich" man diese Bewertung gefunden hat), die mit wachsendem Internetgebrauch und entsprechenden Softwaretools (z.B. der Möglichkeit, Seiten leicht Bookmarks zu verpassen) neuen Schub bekommt.

Dabei zeigt sicht, dass es eine kleine Zahl von "menschlichen Filtern" ist, die die meisten und populärsten Einträge auf den jeweiligen Sites haben – Leute, die oft zwei, drei Stunden auf der Jagd nach interessanten News verbringen und diese dann auf den Social Bookmarking Sites eintragen. In mancher Hinsicht werden damit "Gatekeeper"- und "Opinionleader"-Konzepte von Kommunikationstheorien neu belebt. Um das herauszufinden hat das WSJ ein relativ aufwändiges Softwaretool entwickelt, dass alle 30 Minuten einen Schnappschuss der jeweiligen Sites erstellte und analysierte, die Reporter der Zeitung haben dann diese Inidividuen kontaktiert und interviewt. Wunderbares Beispiel auch von Rollenteilung zwischen old und new media: DIese Art von Geschichte bringt online zumindest derzeit nicht hervor -- allerdings gibt es auch nur wenige Medien mit der Finanzkraft des WSJ, die diese Art von Geschichte recherchieren könnten.