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Ausgabe Nr. 129 - Freitag  21.12.2001 - Seite 1
SalzBurger Köpfe

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Neulich im SalzBurger:
am 17.12.2001
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Christian Wallner: "Satire ist Bosheit aus Liebe zum Leben"


Mit kritisch-satirischer Alltagsbeschreibung bringt man ihn in Verbindung, man liest seine wöchentliche Kolumne (und fühlt sich dabei gehörig auf den Schlips getreten), daneben sieht man ihn aktiv am Salzburger Kulturgeschehen mitmischen: Christian Wallner.

 
Was heute noch serviert wird:

Renate Szegedi-Staufer: Die Frau auf dem Schleudersitz (auf Seite 2)


Neben zahlreichen (darunter preisgekrönten) Literatur- und Satireveröffentlichungen für Film, Fernsehen, Radio und Presse war er unter anderem Dramaturg am Landestheater Salzburg, Gastdozent an verschiedenen Universitäten, gründete die Kabarettgruppe MotzArt“ sowie das Internationale Kabarettfestival MotzArt-Woche“.

Seither ist Wallner hauptsächlich in Sachen Kabarett unterwegs. Seit zehn Jahren kommentiert der 53jährige Publizist mit spitzer Feder das Salzburger Lokalgeschehen in seiner Kolumne "MotzArt" in den SN, und für das Kulturgelände Nonntal ist er im Bereich strategisches Marketing/Presse tätig.

Durch kreativeren und effizienteren Zugang zum Publikum über die Satire wechselte Wallner Anfang der 80er Jahre von der Literatur zum Kabarett und versucht seither, den Spruch Martin Walsers "Satire ist die Waffe der Ohnmächtigen" zu entkräften. Mit scharfsichtigen Beobachtungen, subtil-pointierten Aussagen und unmissverständlichen Seitenhieben auf Politverdrossenheit, Duckmäusertum und mangelnde Zivilcourage will er seine Botschaften an Herrn und Frau Österreicher bringen.

Als liberaler Verfechter von Gleichberechtigung und diskussionsfähiger Konsensfindung innerhalb der Gesellschaft legt er seinen Schwerpunkt auf Themen wie die (zwangsläufig geduldete) aktuelle Regierung, das Bundesheer, die politische und geschichtliche (Un-) Bildung der Bevölkerung und ruft dem politverdrossenen Nichtwähler seine Staatsbürgerpflichten in Erinnerung. "Die menschliche Entwicklung von schreien – gehen – sitzen bleiben – stumm sein muss wohl ein Irrtum sein."

Wallner ist klar, dass er sich damit nicht nur Freunde macht, und speziell im Bereich Politik ist dies auch nicht beabsichtigt. Seine Appelle an die Regierung fordern Politikerverantwortung und Bürgernähe und sind gegen die aktuelle Politik gerichtet, bei der das Volk für dumm verkauft wird. Dies beginne "beim Thema Amtsdeutsch" und höre dort auf, wo man die aktuelle weltpolitische Lage für politisches Kalkül missbrauche.

Die Tätigkeit für das Kulturgelände Nonntal hat für Wallner auch ideologischen Charakter, d. h. nicht nur in Opposition’ zu stehen, sondern sich aktiv am (Kultur-) Leben zu betätigen. Auf die ARGE’ bezogen will er erreichen, dessen Image aus dem linken Eck zu holen und neben jungem Hiphop- und Avantgarde- auch anderes Publikum an Land zu ziehen. Für Wallner ist strategisches Arbeiten wichtig, weshalb er sich auch an Verantwortliche aus verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens wendet - insbesondere nach der indirekten Kampfansage an die Kunst seitens der Regierung.

In seiner knapp bemessenen Freizeit bekocht Christian Wallner gerne Freunde, bereist in ähnlicher Mission die lukullischen Zentren Südeuropas oder zieht sich zum Malen in die Natur Sloweniens oder Kroatiens zurück. Humor privat heißt für ihn Matthias Belz, Hanns-Dieter Hüsch, Woody Allen und die Marx Brothers.

Ein Porträt aus der Reihe 'SalzBurger Köpfe')

(Daniela Müller)
 

   
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Christian Wallner: Satire ist Bosheit aus Liebe zum Leben
Christian Wallner: Satire ist Bosheit aus Liebe zum Leben

 
     

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