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Ausgabe Nr. 42 - Dienstag  7.12.1999 - Seite 2
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Verdammt ich lieb´dich, ich lieb´dich nicht!


...oder: Ausländische Studenten und ihr Verhältnis zur Mozartstadt! Ana ist 26 Jahre alt, sie kommt aus Mallorca in Spanien und studiert für ein Jahr Jus, Deutsch und Italienisch in Salzburg. „Nein, zu kalt!!“ Das ist ihre kurze aber sichere Antwort auf die Frage: „Würdest du dein ganzes Leben in Salzburg verbringen?“ Es ist das Problem zwischen den ausländischen Studenten und Salzburg. Alle fühlen sie sich gut in der Mozarts Geburtsstadt, aber wenige denken, dass es „ein Paradies“ ist, wie auf den Milchpackerln geschrieben steht. Die Gründe? Es gibt viele, hauptsächlich aber kann man drei unterscheiden.

 
Was heute noch serviert wird:

Türkçe ögreniyorum... (auf Seite 1)

Weltkulturerbe Salzburg: Die Tops und Flops! (auf Seite 3)


Als erstes die Lebenshaltungskosten: Zu 95 Prozent finden die ausländischen Studenten Salzburg schlecht bei den Preisen für Wohnraum. Da sind sich alle einig, bis auf die Amerikaner. Es war schon bekannt, dass Salzburg eine teure Stadt ist. Aber für Studenten trifft das noch mehr zu. Besonders für die Osteuropäer. Katarina, slowakische Studentin und 25 Jahre alt, hält die hohen Lebenshaltungskosten von Salzburg für einen Grund, sich für eine andere Studienstadt zu entscheiden. Der Unterschied zwischen einer Welt, die ihre noch frische Vergangenheit vergessen möchte, und einer Stadt, die ihre Vergangenheit zu Geld macht, ist noch zu groß.

Den zweiten Platz der studentischen Nörgelei gegen Salzburg nimmt die Größe der Stadt ein. Die 25jährige Amerikanerin Jennifer denkt wie viele Leute: „ Salzburg ist zu klein für mich.“ Zwei Möglichkeiten, die Zahl der Studenten ist seit einiger Zeit zu groß oder Salzburg ist wirklich zu klein. Die Konsumgesellschaft hat anspruchsvolle Jugendliche hervorgebracht. Die Auswahl, sie brauchen Auswahl. In den Antworten sind die Studenten zweideutig. Sie sind sich bewusst, dass eine kleine Stadt mit Bergen rundherum besser für die Lebensqualität ist. Aber sie wollen mehr Leute, mehr Geschäfte, mehr Lokale, mehr und immer mehr. Mat, der 20jährige amerikanische Student, beschreibt diese Mentalität sehr gut: “Ich habe mein ganzes Leben in Chicago gewohnt und dort ist mehr los. Man hat immer etwas zu tun.“ Die einzige Sache, von der es nach studentischer Meinung zuviel in Salzburg gibt, sind die Touristen: „Unfreundlich und zu zahlreich“, sagt die Britin Lia (20).

Das letzte Thema ist das Wetter. Den Studenten ist kalt. Vielleicht gibt es nicht genug Umweltverschmutzung in Salzburg!? Die Mehrheit der Studenten denkt, dass Salzburg für ein Jahr sehr gut ist, aber nicht für das ganze Leben. Aber es gibt natürlich Ausnahmen. Joquino kommt von den Philippinen und hat mit seinen 41 Jahren in Österreich eine zweite Heimat gefunden. Er hat sein Studium in Salzburg wieder begonnen und fühlt sich als Ausländer gut aufgenommen. Er mag die Ruhe dieser kleinen Stadt.

Sie heißen Samanta, Nicolas und Joana, ihre Heimastadt ist Salerno, Nizza bzw. Porto. Sie sind nach Salzburg gekommen um ihr Deutsch zu verbessern. Und jetzt wollen sie ihr ganzes Leben bleiben. Sie sind verliebt. Was Sie am liebsten mögen in Salzburg ist der romantische und altmodische Aspekt. Endlich gibt es Tuula, 32 Jahre alt aus Finnland. Fortschrittliche Meinung, sie antwortet zweideutig: „Ich glaube, dass ich mein ganzes Leben in Salzburg verbringen muss.“ Sie ist Studentin und Klosterfrau in Salzburg. Das ist dann Gott, der den Weg von Salzburg den ausländischen Studenten zeigt. Grüß Gott Salzburg!



( Benoit Baume)
 

   
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