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Ausgabe Nr. 114 - Freitag  30.11.2001 - Seite 1
SalzBurger Köpfe

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  SalzBurger Köpfe
Der Rückblick des Tages auf einen ausgewälten SalzBurger-Artikel
Was macht der sonst radelnde Politiker, wenn es regnet? Richtig, er fährt Taxi - Vielleicht sogar mit einem Stuntman.


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Erich Schäffer: 'Ein Platz muss jodeln'


Ein unauffälliges beigefarbenes kariertes Überhemd, ein etwas ausgewaschenes grünes Poloshirt, schlichte Blue-Jeans und dazu ein leichter steirischer Dialekt. Das ist Gemeinderat Erich Schäffer. Der gebürtige Steirer ist seit 1972 im Salzburger Gemeinderat und der längstdienende Stadtpolitiker.

 
Was heute noch serviert wird:

Werner Rossmann: 'Die Klinge des politischen Diskurses darf zwar scharf sein, wir müssen sie aber aber fein führen.' (auf Seite 2)


"Ein Fossil, das nicht versteinert ist", charakterisiert ihn Stadtrat Johann Padutsch von der Bürgerliste. Führerschein hat der Vater zweier Töchter keinen, das ganze Jahr ist er auf dem Fahrrad in Salzburg unterwegs. Bis jetzt, so sagt der 61-Jährige, sei er noch ohne Handy ausgekommen.

Sein Auftreten ist einfach.
Manche seiner Gemeinderatskollegen nennen das primitiv. Das kommt vielleicht daher, dass Erich Schäffer ein Mann ist, der von unten kommt. Seine 25 Jahre als Tischler und Betriebsratsobmann bei Miralbella Küchen Bremesberger haben Schäffer geprägt. Arbeiterinteressen und soziales Engagement waren immer schon seine Stärken.

Seiner Einfachheit verdankt der Itzlinger auch seine Erfolge: Mit einer Unterschriftenaktion zog er Mitte der 80er Jahre durch Itzling und verhinderte die Auflösung des dortigen Wachzimmers. Bei der Gemeinderatswahl 1999 verteilte er persönlich in der Goethesiedlung 4000 sogenannte "Blaue Briefe" an die Bewohner.

Schäffer macht politische Handarbeit, er geht zu den Leuten, er ist Populist. Als die Gemeinderatswahlen 1999 ins Haus standen, wurde Schäffer FPÖ-intern auf den zehnten Listenplatz gereiht - die Chance auf Einzug in den Gemeinderat standen schlecht. Schäffer als langgedienter FP-Politiker stellte dem damaligen Parteiobmann Siegfried Mitterdorfer die Rute ins Fenster. Die Salzburger FPÖ erkannte, wie wichtig die Bekanntheit Schäffers für Wählerstimmen ist. Er kam auf Platz sechs und in den Gemeinderat.

Seine erdige Art stößt nicht immer auf Gegenliebe. Vor allem im Altstadt-Ausschuss reiben sich Kollegen am FP-Gemeinderates. Angelika Gasteiner (Bürgerliste) lässt Worte wie "primitiv" und "Inkompetenz" zum Thema Schäffer fallen.

Mit dem Bau der Tiefgarage am Makartplatz und die Neugestaltung des Platzes zeigten Schäffer und die FPÖ, was sie unter Altstadt-Gestaltung verstehen. Der Wiener Architekt Boris Podrecca plant den Platz als modernen Lebensraum. "Der Platz darf nicht jodeln", fordert der Architekt. "Der Platz muss jodeln!", so kann man Schäffers Position auf den Punkt bringen. Nach seinen Vorstellungen soll der Platz in seiner jetzigen Form auch nach dem Umbau gestaltet werden.

Eine Frage des Geschmackes und im weiteren Sinne der Ideologie. So zieht Erich Schäffer wieder mit Unterschriftenlisten los, gegen die Podrecca-Pläne, Die nötigen 2000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren hat er bereits.

(Ein Porträt aus der Reihe 'SalzBurger Köpfe')

(jütrö)
 

   
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Erich Schäffer - 'Ein Fossil, das nicht versteinert ist'
Erich Schäffer - 'Ein Fossil, das nicht versteinert ist'

 
     

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