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Ausgabe Nr. 50 - Mittwoch  22.11.2000 - Seite 1
Kultur

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  SalzBurger Köpfe
Der Rückblick des Tages auf einen ausgewälten SalzBurger-Artikel
Vielleicht schon bald wieder brandaktuell - das Guggenheim-Museum am Mönchsberg.


Neulich im SalzBurger:
am 6.1.2000
Silvestergedanken

am 23.12.1999
Furby Christmas


Der aktuelle Blick über den Tellerrand - rund um den SalzBurger

Kiddies und Eltern aufgepasst!
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer drehen ihre Runden im Salzburger Landestheater. (rott)

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MAM lässt grüßen
Die Stadt Salzburg hat beschlossen, dass sie für nächstes Jahr Geld für das Guggenheimmuseum ins Budget nimmt. Wie das Museum aussehen soll sehen sie hier.(vogl)

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Internetauktionen freuen sich grosser Beliebtheit.
Doch wo bekomme ich das gesuchte Produkt zum günstigsten Tarif? AgentX hilft. (vogl)

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Seit gestern auch speziell für Österreich online:
Altavista.at - die erste von 35 länderspezifischen Seiten der weltweiten Suchmaschine.

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Wolferl on Ice
Ab 25.11. beginnt die Eislauf- Saison am Mozartplatz in der Salzburger Altstadt. (lech)

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Alle frueheren Ausgaben - im SalzBurger-Archiv
Hier koennen Sie die Mannschaft des SalzBurgers kennenlernen!

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Rock around the clock- zwei Abende lang für Salzburgs Rockhouse


Love Child, Zerberos, Imprecated Destiny, FBI, Stigmata 4,Black Prophecy, Seraph, Soulsearch, The Flying Hellfish, Tanqueray, Toxic Insanity, DJ Doc Holiday, Hogwash, Soda Export, The See Saw, Dr. Azrael & Aegyd, Die Springer, Herzblut, Boogie Stuff, Tian, The Notorious Barflies, The Jekyl & Hyde Park Band sowie DJ´s Comixed & Mesmeric Flava.


Das sind weder neue Kleidungsmarken noch Vorschläge, wie Ihr Erstgeborener heißen
könnte. Vielmehr sind dies 22 (in Worten: zweiundzwanzig!) Bands, die sich vergangenen Freitag und Samstag ein gratis (Doppelrufzeichen) Stell- dich- ein im
Salzburger Rockhouse gaben.

Heiter, ausgelassen war die Stimmung an diesen Abenden, ernst der Hintergrund. Konkret ging es bei diesen Benefizkonzerten zugunsten des Rockhouses nämlich um die Kürzungen der Subventionen von seiten der "neuen" Regierung. Eine halbe Million Schilling weniger soll es für diese einmalige Kulturinstitution in Zukunft
geben, wie Wolfgang Descho, Geschäftsführer des Rockhouse, verrät.
Nun prinzipiell scheint in Österreich ,seit Finanzminister Grasser die Budgetplanung sein Eigen nennt, jeder Tag Weltspartag zu sein. So ist die Sparpolitik mehr oder weniger schmerzlich spürbar für fast jede/ jeden ÖsterreicherIn. Seien es nun die geplanten Studiengebühren, der Entfall der Mitversicherung für kinderlos verheiratete Frauen oder der leuchtend rote Sparstift bei den Zivildienern. Auffallend dabei ist jedoch, daß es in erster Linie die "kleinen" Leute sind, die es hier trifft. Daß dabei vor der Kultur nicht haltgemacht wird, war anzunehmen.
Jedoch auch hier scheint man ganz genau zu planen, wer wie das österreichische Kulturbewußtsein national und international repräsentieren soll.

"Das Budget für die Blasmusikkapellen wird um 150 % erhöht, die Festspielkürzungen sind marginal. Hier geht es um völlig falsch verteilte Steuergelder, wo ein Irrsinn, immense Summen der Klassik zugeschoben werden. Und beim Rockhouse wird drastisch gekürzt. Dagegen muß man auftreten", sagt Stootsie, Vokalist der See Saw´s. Auch Erwin, Mitarbeiter der Rockhouse- Crew meint "Die da oben wissen ganz genau, wen sie damit treffen." Nun, im Fall des Rockhouse wird zwar eingeräumt, daß es jetzt nicht zu einer Schließung kommen wird, da das House international renommiert ist ("In England hat man uns drauf angesprochen, daß das Rockhouse eine der best geführten locations europaweit ist", Stootsie) und durch seine ausgewogene Mischung aus Jazz, Pop, Folk, Blues, Metal, Punk, Crossover, Underground und was es da auch noch so alles gibt eine 90 %ige Auslastung hat.

Jedoch ist zu erwarten, daß gerade unbekannte Künstler sich in diesem Rahmen nicht mehr präsentieren können, da das Risiko eines nicht (gut) besuchten Abends zu groß ist für die Geschäftsführung. Wieder einmal ist es also eine Minderheit, die keine Lobby hinter sich hat, der es an den Kragen geht. Und allen bewußt sicher auch, daß gerade diese Bands es brauchen würden einen Raum für sich und ihre Kunst zu haben, daß nicht alles, was mainstream ist, gut ist bzw. künstlerisch wertvoll und neue Impulse ohnehin so gut wie nicht auffindbar sind in der österreichischen Musiklandschaft.

"Alternatives existiert nicht, und schon gar nicht in Salzburg. Es geht um´s überleben, da kann man nicht alternativ sein." (Erwin)
Ähnlich klingende Töne kommen von Tian: "Salzburg ist ein sehr schlechtes Pflaster für Musik. Es ist wirklich schwierig für uns." Nun, sie müssen wissen wovon sie reden, haben sie doch seit ihrer Gründung vor einem Jahr erst ein einziges Mal wirkliche Gage bezogen und dies trotz mehrfacher Gigs. Zu befürchten ist auch, daß die einmalige Jugendarbeit, die das Rockhouse durch zahlreiche Workshops leistet, unter den neuen Bedingungen leiden wird. Derzeit bezahlt man dafür nur einen Unkostenbeitrag, ob das so bleibt, ist für mich kaum vorstellbar.

Es war also ein guter Grund für all die Beteiligten, sich an diesen zwei Abenden zu
engagieren. Ausgegangen ist die Initiative von einem Love Child Bandmitglied, Andi, der spontan einen Rundruf startete. Und ohne Murren kamen sie alle, um für IHR Rockhouse zu spielen und zu verkaufen. Auch die Erlöse aus dem dafür aufgestellten CD- Stand gingen nämlich an Wolfgang Descho und Co, "um dem Rockhouse in diesen schwierigen Zeiten der finanziellen Engpässe beistehen zu können und zudem eine breite Öffentlichkeit für die Wichtigkeit dieser Kultureinrichtung- insbesondere für die aktive Musikerschaft und die heimische Szene- zu sensibilisieren", wie es auf der Homepage heißt. Und auch die Mitarbeiter trugen ihren Teil dazu bei, indem sie
unentgeltlich ihren Dienst taten. (Fast schäm´ ich mich dabei, daß ich als "Pressemensch" eine Freikarte für Samstag geordert hab; Dank hiermit an Fr. Kuschnig)

Der von mir besuchte zweite Tag des Festivals war geprägt von dem persönlichen Engagement, der die Atmosphäre auf für mich ungekannte private Weise angenehm gestaltete. Gute Konzerte, vor allem abwechslungsreiche Stilrichtungen, kommunikative Interviewpartner sowie leckeres Bier sorgten für eine fast heimelige Stimmung. Ausnahmeerscheinung des 18.11.: Tian, eine Salzburger Band die mit ruhigen, feinen Accoustic- Stücken genauso überzeugte, wie mit ihrem eigens für den Anlaß getexteten Rockhouse- Reggae. Höhepunkt schließlich die Springer Performance, deren musikalisch einwandfreie Darbietung begeisterte, ebenso wie der charismatische Auftritt des Sängers. Eine bayrische Popband von der man mit Sicherheit noch hören wird, auch chartmäßig.

Ob die von den Mitwirkenden angepeilten 100.000.- ATS wirklich erreicht worden sind, weiß ich nicht. Zu hoffen wär´s. Damit das Rockhouse auch in Zukunft eine Alternative zu Mozart und Co in Salzburg stellt.
(anhaus)
 

Links zum Thema:

für weitere Info´s - Rockhouse Homepage Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Ihr wollt mehr über Stootsie wissen? - Die Seite von The SeeSaw Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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"Wer weiß, sowas wird´s jedes Jahr geben." The See Saw


" Ich bin aus Solidarität da, und weil ich auch in Zukunft hier auftreten will." Dr. Azrael, hier bei der Dopebeat- Haarkontrolle


" Diese Kulturpolitik ist ein Schuß nach hinten." Tian

Springer, die etwas andere Boygroup
Springer, die etwas andere Boygroup

 
     

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