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Ausgabe Nr. 2 - Dienstag  17.11.1998 - Seite 2
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Interview mit Frau Maria Schwarz


 
Was heute noch serviert wird:

Der Salzburger Ungarische Verein (auf Seite 1)

IA SALZBURGI MAGYAR KÖR - Das Interview in Ungarisch (auf Seite 3)


Redaktion: Was hat Sie dazu bewogen, die Stelle der Präsidentin anzunehmen?

Frau Schwarz: Es gab damals eigentlich niemanden, der diese Funktion angenommen hätte. Wir hätten den Verein in Salzburg auflösen müssen, was wir unbedingt verhindern wollten. Es war ein sehr großes Dilemma, das mich einige schlaflose Nächte gekostet hat. Es war mir bewußt, daß die Leitung des Vereins keine einfache Aufgabe sein wird. Es ist nicht leicht für uns Ungarn, in einem "fremden" Land eine Anlaufstelle anzubieten und unsere Kultur zu bewahren. Andererseits wußte ich auch, daß ich aufgrund meines ehemaligen Berufs eine große Leidenschaft für humanitäre Tätigkeiten habe.

Redaktion: Macht Ihnen die Arbeit Spaß?

Frau Schwarz: Ja. Ich habe in meinem ganzen Leben intensiv mit Menschen gearbeitet. Diese Aufgabe gibt mir persönlich sehr viel. Sie verlangt Pünktlichkeit, Korrektheit und sehr viel Organisation, aber ich denke, unsere Veranstaltungen zeigen und beweisen es, daß unsere Arbeit erfolgreich ist. Ich muß aber dazu sagen, daß ich es alleine nicht schaffen könnte. Ohne meine Freunde aus dem Verein, die mich unterstützen, meine Ideen akzeptieren und mir bei der Verwirklichung helfen, wäre das alles gar nicht möglich. Sie stehen mir jeder Zeit zur Seite.

Redaktion: Wer unterstützt Sie bei der Arbeit?

Frau Schwarz: Zu einem sehr großen Teil unterstützt mich Dr. András Farkas, der Kassier unseres Vereins. Ich möchte hier keine weiteren Namen hervorheben, weil ich könnte bestimmt nicht alle nennen, ohne welche zu vergessen. Sagen wir so, es sind die Funktionäre und auch die nicht-funktionären Mitglieder, die schon seit Jahren mitmachen und bereits in der Anfangsphase mit dabei waren. Ich bin ihnen sehr, sehr dankbar, daß sie mich nie alleine lassen.

Redaktion: Wie viele Mitglieder hat der Verein?

Frau Schwarz: Sechzig bis achtzig. Manche sind Mitglieder, manche unterstützende Mitglieder. Alle erscheinen regelmäßig bei den Veranstaltungen. Ich habe das Gefühl, daß ich in diesen Menschen Freunde gefunden habe. Unsere Treffen sind sehr harmonisch und freundlich. Ich bin froh, daß sie mit dem, was wir haben, zufrieden sind. Zur Zeit können wir uns noch keine größeren Veranstaltungen leisten.

Redaktion: Wovon lebt der Verein?

Frau Schwarz: Das Bundeskanzleramt ist unser Sponsor, wofür wir sehr dankbar sind. Wir müssen aber mit unserem Geld sehr sparsam umgehen. Die Mitglieder helfen aber natürlich auch mit.

Redaktion: Was ist Ihr Ziel bei Ihrer Arbeit?

Frau Schwarz: Schöne und vielsagende Kulturveranstaltungen zu organisieren und die hier lebenden Ungarn zusammenzuhalten. Die Leute sollen wissen, daß sie nicht alleine sind. Der österreichische Staat gibt uns die Möglichkeit und hilft uns dabei, unsere Identität auch hier nicht zu verlieren. DANKE!!! Hier möchte ich auch betonen, daß unsere Tätigkeit auf keinem Fall politisch ist.

Redaktion: Können Sie uns einige Veranstaltungen des Vereins nennen?

Frau Schwarz: Wir treffen uns zu den wichtigsten ungarische Feiertagen und natürlich zu Weihnachten. Wenn die Finanzen es erlauben, organisieren wir jährlich ein informelles Zusammentreffen. Dieses Jahr haben wir in Großgmain eine Grill-Party veranstaltet. Der ungarischer Gottesdienst findet jeden dritten Sonntag im Monat bei den Ursulinen in Glasenbach statt.

Redaktion: Mit welchen Problemen müssen Sie sich auseinandersetzen?

Frau Schwarz: Probleme?? Keine... wir habe ein sehr schönes Heim, das wir für unsere Veranstaltungen verwenden können. Dr. András Farkas leistet eine großartige Arbeit als Kassier, er macht aber auch die Buchhaltung und erledigt alle administrativen Aufgaben. Wir sind zufrieden. Nach einer Pause von einem Jahr haben wir es nun wieder geschafft, eine ungarische Messe bzw. einen Gottesdienst einzuführen, der einmal im Monat stattfindet. Leider fällt es uns schwer, mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten, um mit ihnen gemeinsam etwas zu organisieren. Die meisten sind zu beschäftigt: sie sind entweder an der Uni oder arbeiten sehr viel. Ich wünsche mir, daß mehr junge Ungarn und Ungarinnen zu uns kämen. Das ist eine große Aufgabe, die uns noch bevorsteht. Wenn wir ein ständiges und selbständiges Heim hätten, könnten wir ihnen eventuell einen "Club" anbieten, aber dazu fehlt bisher noch die Nachfrage. Wir sind gerade dabei, die Möglichkeiten auszutesten.

Redaktion: Fühlen Sie sich als Fremde oder fühlen Sie sich zu Hause in Salzburg?

Frau Schwarz: Ich fühle mich hier zu Hause. Ich bin schon seit dreißig Jahren hier. Ich habe genau so viele Kontakt mit Österreichern wie mit Ungarn. Allerdings ist es schwierig, ein Gleichgewicht zwischen der österreichischen und der ungarischen Kultur zu finden. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, daß man sich mit der Kultur der neuen Heimat auseinandersetzt. Gleichzeitig möchte man aber natürlich die eigene nicht aufgeben...

Redaktion: Welche Ziele haben Sie für die nähere Zukunft?

Frau Schwarz: Wir möchten eine ungarische Bibliothek in Salzburg einrichten. Das wäre sehr wichtig. Das ungarische Konsulat hilft bei der Errichtung mit. Sie wird dieses Jahr noch fertig sein. Wir sind sehr stolz darauf und freuen uns sehr, daß die Frau Konsul, Frau Wassibauer, sich bereit erklärt hat, in dieser Sache mitzuhelfen. Weiters sind wir gerade dabei, Kontakt mit dem Linzer Ungarischen Verein aufzunehmen. Wir möchten eventuell in Zukunft zusammenarbeiten.

Redaktion: Was wird die nächste Veranstaltung sein?

Frau Schwarz: Unsere Weihnachtsfeier am 19. Dezember um 16 Uhr im Pfadfinderheim. Falls sich noch jemand für unseren Verein interessiert, möge er sich bitte bei mir unter der Telefonnummer 0662/820 139 nach 18 Uhr (Frau Mária Schwarz) melden. Wir würden uns sehr freuen!
 

   
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Maria Schwarz
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