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Ausgabe Nr. 77 - Donnerstag  22.3.2001 - Seite 1
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Flüchtling in Salzburg?


Das hoffnungslos überfüllte Caritas-Haus in der Plainstraße mußte erst letzte Woche wieder 12 Flüchtlinge auf der Suche nach Obdach abweisen. Das für ursprünglich 30 Personen konzipierte Haus beherbergt derzeit mehr als 70 Personen.

 
Was heute noch serviert wird:

Mohammed A., Plainstr. 83 (auf Seite 2)


Sämtliche Krisenherde der Welt sind im Flüchtlingshaus der Caritas vertreten. In den letzten Jahren suchen hauptsächlich Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien Zuflucht. Im Jahr 1999 hat das Haus 761 Personen beherbergt, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 23 % bedeutet.

Die Betreuung im Haus soll bei der Lösung von Alltagsproblemen und der Abklärung sozialer und rechtlicher Belange helfen. Besonders Wert gelegt wird auch auf die Entwicklung von selbstständigen Perspektiven und Zukunftsentscheidungen.

Anlaufstelle seit vielen Jahren

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit Hilfe amerikanischer Gelder ein Haus für "Heimatvertriebene" und "Mädchen vom Lande" geschaffen. "Nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch die tatkräftige Mithilfe der Salzburger Bevölkerung prägen seit jeher den Geist dieses Hauses," erklärt Franz Neumayer, Mitarbeiter der Plainstraße.

Heute dient das Caritas-Haus in der Plainstraße in erster Linie der kurz- bis mittelfristigen Unterbringung von Flüchtlingen.
Über eine längere Aufenthaltsdauer wird entsprechend der individuellen Situation der Person entschieden. Die Kriterien für einen Platz im Haus sind klar definiert: nicht schubfähige Personen, wie Kinder, Kranke, Alte, Frauen sowie Mittellosigkeit sind Voraussetzung für die Aufnahme.

Die BewohnerInnen des Flüchtlingshauses werden mit den notwendigen Dingen des Lebens versorgt, bekommen aber kein Taschengeld oder ähnliches. Flüchtlingsschicksal eint sollte man meinen, doch aufgrund der physischen Enge sind Konflikte vorprogrammiert. "Deshalb führen wir das Haus auch sehr streng: wer sich nicht an die Regeln hält, muß gehen" bringt Herr Neumayer klar zum Ausdruck.

Das Flüchtlingshaus ist das einzige seiner Art im Bundesland Salzburg, welches mit seinen nur 30 vom Bund finanzierten Plätzen, den heutigen Anforderungen lange nicht mehr entspricht. Die zusätzlich vergebenen Plätze werden durch die Caritas finanziert. All jene, die keine Aufnahme finden, werden zwangsläufig in die Illegalität getrieben.

Nur 14 von 761 Hilfesuchenden des Flüchtlingshauses wurde letztes Jahr in Österreich Asyl gewährt.

(Brand, Schoerkmaier)
 

Links zum Thema:

Informations- und Dokumentationszentrum der Caritas Österreich Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Kosova-Info-Line Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Caritas International Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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Eine offene Tür für Flüchtlinge?
Eine offene Tür für Flüchtlinge?

Franz Neumayer - engagierter Mitarbeiter des Flüchtlingshauses.
Franz Neumayer - engagierter Mitarbeiter des Flüchtlingshauses.

Die Überfüllung zwingt zu unkonventionellen Maßnahmen
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