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Ausgabe Nr. 11 - Montag  30.11.1998 - Seite 4
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Salzburg aus der Gemsenperspektive


Wir wollen Sie dem vorweihnachtlichen Rummel entziehen und Ihnen das Gefuehl geben, endlich mal so richtig ueber der rechten Altstadtseite zu stehen. Als Ziel peilen wir in gruppendynamischer Manier das Franziski-Schloessl im verschneiten Wald des Kapuzinerbergs an.

 
Was heute noch serviert wird:

Draussen vor der Tür - wanderbares Salzburg im Winter (auf Seite 1)

Wanderbares Aigen -- Der Verdacht (auf Seite 2)

Gemuese fuer den Schnoesel (auf Seite 3)

Morgenstimmung in der Stadt (auf Seite 5)


Gleich vorweg, was Sie dazu bestimmt NICHT brauchen: Ihr Auto (falls vorhanden), Ihren Einkaufskorb, Ihr Handy, Ihren Computer, Ihre Brillen (ausgenommen jene mit UV-Schutz), Gespraechsstoff, Ihren Terminplaner fuer das auslaufende Jahr, Kleingeld fuers Parken.

Legen Sie bei den momentanen Aussentemperaturen im trauten Heim Holz nach, bevor Sie das Haus verlassen –und vergessen Sie folgendes nicht: Schal, Handwaermer, Dauneninlay in mindestens einem Kleidungsstueck, Kopfbedeckung, Ledersohle –und eine Muetze voll Zeit.

Dann treffen Sie eine Entscheidung:

- sie moechten gern mit sich alleine
- oder doch zu zweit sein (oder mehr).

Vergessen Sie eins nicht: vom urigen Franziski-Schloessl aus bietet sich aus der Gemsenperspektive ein Blick ueber einen Grossteil unseres stolzen Weltkulturerbes.

Jetzt koennten Sie, je nach Talent und Lust, auch den Fotoapparat in der Jackentasche verstauen (als Beweismittel) und fuer die naechste Stunde noch die letzte Zigarette rauchen (was gleichzeitig ein ganz persoenlicher Lungentest ist).
Nicht alle, aber zumindest drei Wege (Link zu Variante 1-3) fuehren zum hoechsten Punkt auf 638 m ue.d.M. , wobei jeweils rund 200 Hoehenmeter verbucht werden koennen. Wenn Sie an dieser Stelle einen Vorschlag fuer eine staedtische Gemsenwandernadel haben, schreiben Sie uns doch!

Variante 1 –3:

1. Sie leben prinzipiell mit Seitenspruengen und marschieren deshalb von der Linzergasse aus die etwas steile Strasse hinauf, von wo aus jederzeit auf die seitliche Stiege ausgewichen werden kann; nach gut 10 Minuten erreichen Sie die Stefan-Zweig-Villa (unbewohnt?) zu Ihrer Linken, das Kapuzinerberg-Kloster (auf 475 m ue.d.M.) zu Ihrer Rechten. Nach einem hoelzernen Tor teilt sich der Weg in zwei Pfade, die beide zu unserem Ziel fuehren (bitte an dieser Stelle trotzdem die Wegweiser beachten), nach rechts koennen Sie allerdings etwas ausgiebiger von oben herab von insgesamt zwei verschiedenen Aussichtspunkten, wo Sie sich auch ausruhen und staedtische Hoehenluft schnuppern koennten. Die Pfad, der Sie nach dem Tor (genauer gesagt an der Mozart-Bueste vorbei) nach links fuehrt, ist der direkte: 30 bis 45 Minuten wandern Sie an der ”Bayrischen Aussicht“ (573 m ue.d.M., mit Blick auf die gesamte rechte Altstadt und weiter Richtung Berchtesgaden) vorbei zum Franziski-Schloessl.

2. Sie sind Aufzuege gewohnt und wollen absichtlich und gerade aus Selbstvertrauen ueber die Imbergstiege ihrem Ziel naeher kommen (und damit gleichzeitig ihre Gesaessmuskeln fordern) und muenden auf diesem Weg ebenfalls auf den Spazierweg neben dem Kapuzinerberg Kloster.

3. Diese Variante empfehlen wir fuer Menschen, die kurz entschlossen noch hoch hinaus wollen, vielleicht auch noch nach Sonnenuntergang. Auf der oestlichen Kapuzinerbergseite steigen Sie am Ende der Schallmooser Hauptstrasse beim Doblerweg ins Gelaende ein (ebenfalls ueber Stiegen); der Weg ist weitgehend beleuchtet und bietet einen besonders ergiebigen Ausblick auf den Gaisberg bzw. in Richtung Nockstein / Fuschlsee.

Gemsenperspektive:

Der Kapuzinerberg ist das einzige Areal mitten in einer Stadt, wo tatsaechlich Gemsen leben. Vor Jahren schickte die staedtische Forstverwaltung einige der zig Tierchen ins Exil: wegen gemsischer ”Ueberbevoelkerung“ siedelte man einige Gemsen auf den Untersberg um.

Was fressen Ge(ae)msen?

Gemsen sind Pflanzenfresser, leben in vorbildlicher sozialer Struktur, geben sich sehr genuegsam, und –Achtung! - unerwartet zutrauchlich, was auf ihre extreme Kurzsichtigkeit zurueckzufuehren ist.

Wie schreiben Sie Ge(ae)msen?

Immer wieder erhitzt die Frage um die Schreibweise die Gemueter.

Preiswerte Koestlichkeiten und wohlige Waerme

Wo sich Fuchs und Gemse Gute Nacht sagen, gibt’s Hausmannskost zu vernuenftigen Preisen. Ein Mann mit Jaegerhut kommt ueber die Bruecke. Er riecht foermlich nach Wirt. Stolz fuehrt der frischgebackene Schlossherr durch seine von wohliger Waerme durchstroemten Gemaecher. Und er hat allen Grund, stolz zu sein: Denn das komplett renovierte Franziskischloessl erfreut sich als Ausflugsziel grosser Beliebtheit.
Das im 17. Jahrhundert erbaute Prunkstueck erstrahlt in frischem Glanz. Seit Mitte November ist es wieder als Gasthaus in Betrieb. Stadtwanderer werden mit Brettljause und heimischer Kueche verwoehnt. Auch fuer Seminare und Feste kann das Franziskischloessl reserviert werden. Fuer Silvester ist es jedoch jetzt schon zu spaet. (rei)

Franziskischloessl
Am Kapuzinerberg
Mittwoch bis Sonntag: 11-19 Uhr
Samstag + Sonntag: bei Reservierung bis 23 Uhr
Montag + Dienstag: geschlossen
Tel.: 0662/ 87 25 95
(rei)
 

Links zum Thema:

(Sau-)Wetter aktuell Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Ö-Lexikon: Gemse Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

So schaugt's aus d'Gams! Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Schreibweise Gaemse Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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