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Ausgabe Nr. 129 - Freitag  21.12.2001 - Seite 2
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  SalzBurger Köpfe
Neulich im SalzBurger:
am 17.12.2001
Eine schöne Bescherung.


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Renate Szegedi-Staufer: Die Frau auf dem Schleudersitz


Es gibt Sessel in der Salzburger Stadtpolitik, auf die sich viele nie setzen würden. Renate Szegedi-Staufer sitzt auf einem von diesen und das seit über fünf Jahren. Die Juristin ist als Leiterin des Sozialamtes Salzburg in einer Position, die parteipolitisch heiß umstritten ist.

 
Was heute noch serviert wird:

Christian Wallner: "Satire ist Bosheit aus Liebe zum Leben" (auf Seite 1)


Als Bastion der SP, um Unterschichtenwähler zu ködern, sieht das freiheitliche Auge das Salzburger Sozialamt. Der Sessel im Leitungsbüro ist schon lange ein Schleudersitz. Anfeindungen und Skandale sind daher nichts Ungewöhnliches im Leben einer Sozialamtsleiterin.

Pünktlich zur Wahlzeiten gruben Krone und FPÖ 1998 aus, was sie finden konnten an Sozialhilfemissbrauchsfällen. Hier der Zuhälter, der den Bonzen fährt, dort der Exjugoslawe mit vollgefüllten Sparbüchern. Der Vorwurf: Mangelndes, weil sozialdemokratisch-ideologisch geleitetes Interesse des Sozialamtes an einer genauen Kontrolle der Sozialhilfeempfänger. Ein Ausschuss wurde eingerichtet und man paukte das gesamte Sozialhilfegesetz.

Dann wurde es ruhig. Renate Szegedi-Staufer, die Frau im Schleudersitz hat die Rufer beinahe zum Schweigen gebracht. Nur hie und da reckt sich der eine oder andere Bericht in den Medien. Wie macht frau das? Parteipolitisches hört man jedenfalls nicht, wenn man mit Szegedi-Staufer spricht, dafür großes Engagement für ihre Sache, dem Menschen in Not. Und tatsächlich rechnet Freund und Feind ihr ihr gutes Gespür für Menschen hoch an. Die Mitgründerin des Salzburger Frauenhauses und Beraterin in Frauen- und Schuldfragen kam als Praktikerin. Dass es in Ämtern wie dem Magistrat nicht immer unbedingt pragmatisch-praktisch zugeht, bemerkte sie bald. Die Hierarchie des Amtes macht vieles kompliziert, rasches Helfen ist oft nicht möglich.

Das sind die täglichen Hürden. Ein Skandal geht vorbei. Der Sozialschmarotzerdebatte begegnete Szegedi-Staufer mit juristischer Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit, viel Geduld und ohne Hysterie. „Die ist zäh“ ist der bestimmende Tenor bei denen, die mit ihr zu tun haben. Schon von Anfang an bemüht sie sich um die Verbesserung von Prüfungsmöglichkeiten für Sozialhilfeanträge. Ärztliche Untersuchungen zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit stehen heute an der Tagesordnung.

Szegedi-Staufers Wunsch für die Zukunft: Eine Diskreditierung der Arbeit des Sozialamtes in der Gesellschaft durch die Medien dürfe nicht mehr passieren. “Wir machen eine gute Sache und darauf können wir stolz sein.“ Der Rechnungshofbericht von Oktober 2001 enthält, so meint man von freiheitlicher Seite, neuen Sprengstoff. Ist die nächste Debatte schon am Brodeln? Szegedi-Staufer, so sagt sie mir, sitzt gut. Gerade wurde ihr alter, harter Schreibtischsessel in einen neuen, bequemeren getauscht.

Ein Porträt aus der Reihe 'SalzBurger Köpfe')

(Simone Wiltschko)
 

   
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Renate Szegedi-Staufer: Leiterin des Sozialamtes Salzburg
Renate Szegedi-Staufer: Leiterin des Sozialamtes Salzburg

 
     

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