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Ausgabe Nr. 73 - Donnerstag  8.3.2001 - Seite 2
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Mobil mag man eben


Einst belächeltes Statussymbol von Wichtigtuern, hat sich das Handy mittlerweile zum Alltagsgegenstand gewandelt. Vom Kleinkind bis zum Greis: es klingelt, tönt und vibriert allerorts.

 
Was heute noch serviert wird:

Herzklopfen, Händchenhalten, Handyläuten: Amors Pfeil wird mobil (auf Seite 1)


Die Erfolgsgeschichte des Handies geht Hand in Hand mit dem allgemeinen Trend zu Mobilität und Flexibilität. Und dazu gehört auch das Bedürfnis nach ständiger Erreichbarkeit, unabhängig von Raum und Zeit.

So groß wie das Handy des Mannes ist sein...

Als Vorreiter des heute quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten reichenden Booms galten gutverdienende Männer in Managerpositionen. Mit wehender Krawatte und der Financial Times unter dem Arm diente das damals noch recht unhandliche Handy zur Vereinbarung von Geschäftsterminen und dem Abfragen der Börsenkurse bei seinem persönlichen Broker. Diese Geschäftigkeit der mobilen Minderheit wurde häufig als demonstrativ zur Schau gestellte VIP-Mentalität (miss-)interpretiert.

Billig macht beliebt

Hippes Accessoire von (selbsternannten) Trendsettern wird das Mobiltelefon jedoch erst, als die Telekomindustrie auf den frühen Trend zur Mobiltelefonie mit der Senkung der Gesprächstarife reagiert. Die verschiedenen Tarifmodelle werden den unterschiedlichen Gesprächsbedürfnissen vom Minimalisten bis zum exzessiven Dauerquassler gerecht. Dennoch bleibt die Zahl der Anbieter noch recht beschränkt: In der Anfangszeit stehen gerade einmal zwei Netzbetreiber zur Auswahl.

Konkurrenz der Anbieter, Miniaturisierung der Geräte

Zum treibenden Faktor bei der Verbreitung der Handies wird der Kampf der konkurrierenden Anbieter, die mit Preisdumping und Lockangeboten auf Kundenfang gehen. Neben den beiden etablierten Netzbetreibern der Geburtsstunde der mobilen Telefonie (A1 und max.mobil) wagen nun auch noch weitere Unternehmen den Sprung ins klingelnde Paradies der ewig lockenden Dauererreichbarkeit.
Die steigende Beliebtheit und Marktnachfrage wird durch die Miniaturisierung der Geräte genährt, die sich vom plumpen, tragbaren Telefon zu spacigen Hightech-Kommunikationszentren entwickeln. Und nicht umsonst wird bis Ende des Jahres mit einer österreichweiten Marktdurchdringung mit Handies von 69 Prozent gerechnet.

'Hirn in der Mikrowelle' oder harmlose Strahlenbelastung?

Öffentliche Diskussionen über mögliche gesundheitliche Schäden vom exzessiven Einsatz der Elektro-Zwerge verunsichern kurzzeitig die User-Community. Nachhaltigen Einfluss auf die Beliebtheit scheinen sie aber nicht zu haben, auch wenn Anrainer von Sendeanlagen auf die Barrikaden steigen, um diese zu verhindern. Jedoch vergebens, denn der Oberste Gerichtshof hat erst kürzlich ein Klagsbegehren eines Wohnungseigentümers abgewiesen, über dessen Wohnung, nach Zustimmung der Mehrheit der anderen Hausparteien, ein Funkmasten errichtet wurde. Solange die Gesundheitsgefährdung nicht eindeutig nachweisbar sei, so der OGH, sei gegen die Anbringung eines solchen Mastes nichts einzuwenden. Stelle sich im Nachhinein eine etwaige Gesundheitsgefährdung heraus, müsse der Betreiber alle nötigen Massnahmen selbst einleiten (5 Ob 217/00y). Im Deutschland sieht die Rechtsprechung zu diesem Thema konträr aus. Laut einer Entscheidung des Landgerichts München, genügt alleine die Angst vor der Erichtung derartiger Handymasten für eine Mietpreisreduktion.


Doch solche Proteste verhallen meist ungehört. Zu groß ist die Lust am demonstrativen Telefonieren im öffentlichen Raum und dem Internet-Chat zwischendurch.
Land der Handies, Land der Töne, zukunftsreich... ein Ende des Booms scheint nicht in Sicht zu sein.

(quass)
 

Links zum Thema:

Geschichte des Mobiltelefons in Österreich Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Handyverbreitung Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Gesundheitsgefahr duch Handies Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Gesundheitsgefahr durch Mobilfunkmasten Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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Mobil telefonieren - der Trend für jedermann.
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Handies - Ein Riesengeschäft.
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 Strahlende Zukunft oder heimliche Gefahrenquelle?
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