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Ausgabe Nr. 72 - Montag  5.3.2001 - Seite 1
Kultur

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Japan - das Land der Gegensätze


In großen Horden überschwemmen die Japaner zu jeder Jahreszeit die Salzburger Altstadt, filmen und fotografieren, was das Zeug hält. Wird man als Salzburger gefragt, wo denn Mozarts Geburtshaus ist, antwortet man am Besten: "Dort, wo Japaner mit Kameras stehen und nach oben schauen."

 
Was heute noch serviert wird:

Rund um das Land der tausend Inseln (auf Seite 2)


Wie ist Japan? Man kann es sich nicht vorstellen, bis man dort ist, in einer Straße steht, nichts mehr lesen kann und keinen mehr versteht. Dann ist man da, im Land der höflichen Menschen, der Getränkeautomaten an wirklich jeder Straßenecke und der Technik.


Technik

Technik? Alles automatisiert, überall Hightech? Das denkt man, bevor man aufbricht. Abgesehen von Tokyo, eine Fehlinterpretation. In den meisten Städten, Geschäften, Banken und Bahnhöfen geht es nicht so technisch zu. Bisweilen sogar "primitiver" als hierzulande. Sogar in grösseren Banken stehen in der Schalterhalle kaum Computer. Was Supermärkte betrifft, könnte man meinen, die Grösse der Geschäfte wäre der Grösse der Landesbewohner angepasst. In erste Linie versorgen "Mini ­ Stores" die Japaner und am Bahnhof (ausser in Tokyo), versteht man kein Englisch.

Selbst bei einem Ausflug an den Austragungsort der olympischen Winterspiele 1998 nach Nagano waren wir überrascht von den dort herrschenden Sicherheitsstandards und dem Komfort der Lifte. Ohne Fußstützen und schwebt man über eine 30 Meter ­ Schlucht, krampfhaft fetsgeklammert, den Blick flehend nach oben gerichtet.


Arbeit

Die Arbeitslosenrate in Japan ist verschwindend gering. Nicht etwa aufgrund der guten Konjunktur oder Wirtschaftslage: Japan möchte keine Arbeitslosen haben und so werden einfach Jobs für arbeitslose Menschen "erfunden".

An Baustellen gibt es statt den bei uns beliebten blinkenden Lampen Menschen, die einen leuchtenden Stab in der Hand halten, Schilder werden, anstatt in die Erde gesteckt, einem Mann in die Hand gedrückt. Am Skilift gibt es keine Schranke, sondern einen Menschen, der einen langen Stab nach jedem Skifahrer hebt und senkt, hebt und senkt.


Der Alltag

Japaner sind sehr diszipliniert - sie laufen nicht, sie drängen nicht und sind in allen Lebenslagen überaus höflich und zuvorkommend. Selbst wenn in der U-Bahn jeder schon auf den Füssen des anderen steht, werden Leute, die noch draussen stehen unter grössten Anstrengungen hineingequetscht, ohne dass jemand die Nerven verliert. Viele Japaner tragen, aus Angst vor Bakterien und Krankheitserregern, auf der Strasse und in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mundschutz.
Europäer zählen zu einer seltenen Spezies in japan und werden daher, noch dazu, wenn sie gross und blond sind, bestaunt und begafft. Manche Frauen sind sogar ein wenig ängstlich, wenn man sich im Zug zu ihnen setzte. Dort ist es oft üblich, dass Frauen für Männer aufstehen.

Mit unserem Freund, der in Japan als English-Assistant arbeitet, konnten wir auch eine Highschool besuchen.
Das japanische Schulsystem ähnelt dem der U.S.A. Schuluniform ist Pflicht. Als Fremdsprache wird meistens nur Englisch unterrichtet. Wir drei Europäer wurden dort behandelt wie Popstars. Ein Mädchen, circa 16 Jahre alt, kam sogar her, berührte meine Freundin und rannte gleich wieder weg, um stolz von ihrer Tat zu berichten.


Der Tempelbesuch

Kultur genossen haben wir in Minobu, einem kleinen Ort mit einer grossen Tempelanlage, am Hang eines Berges. In den prachtvollen Tempeln
durfte man leider nicht fotografieren. Jedenfalls
nehme ich das an. Als ich einen Mönch, der gerade staubsaugte, "mit Händen und Füssen" zu fragen versuchte, ob man denn fotografieren dürfe, nahm er mich an der Hand und führte mich zu einem Schild und deutete darauf, als wolle er sagen: "Mädel, lies doch! Da steht gross und deutlich 'Fotografieren verboten!'." Aber wie sollte ich ein Schild in japanischer Schrift lesen können?
Die Mönche dort waren sehr sympathisch und witzig. Während wir uns mit einem unterhielten, schauten acht andere grinsend aus dem Tempel.


Das Essen

Das Essen in Japan ist sehr vielfältig. Viele der Speisen stammen ursprünglich aus China und sind im Laufe der Zeit dem japanischen Geschmack angepasst worden. Die meisten Restaurants haben Auslagen, in denen Nachbildungen der angebotenen Speisen zu sehen sind. Speisekarten sind grundsätzlich, wie alles andere auch, in japanischer Schrift. Wenn man Glück hat, gibt es aber Bilder. Ansonsten kann man nur ein Wörterbuch mitnehmen oder man bestellt eine der bekanntesten Speisen:

Sushi - roher Fisch auf einem gewürzten Reisbällchen.
Sashimi - roher Fisch mit Wasabi-Sauce (die sehr scharf ist und nach Kren schmeckt).
Ramen ­ eine Suppe mit Nudeln und Gemüse und/oder Fleisch, sehr lecker.
Tempura ­ kleine Fisch- und Gemüsehäppchen mit dünnem Teig paniert.
Zu all dem gibt es dann Sake, Reiswein, den man entweder kalt oder heiss haben kann.

Man bestellt meist mehrere Gerichte, da die Portionen von vorneherein klein sind. Gegessen wird natürlich mit Stäbchen.


Fazit

Japan ist ein faszinierendes Land, indem es als Tourist viel zu entdecken und erleben gibt. Eine Reise zahlt sich auf alle Fälle aus, doch sollte man sich genug Zeit nehmen und daran denken, dass Japan leider zu den hochpreisigen Ländern gehört. Empfehlenswert ist, auf alle Fälle ein Wörtebuch mitzubringen, vor allem, wenn man Tokyo verlässt.

(brand)
 

Links zum Thema:

Sehr guter online-Japan-Führer Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Japan Travel Updates Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Gute Tips für Japan-Reisende Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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Eine Straße im belebtesten Stadtteil von Tokyo, Shinjuku.
Eine Straße im belebtesten Stadtteil von Tokyo, Shinjuku.

Zur Rush Hour ist es nicht empfehlenswert, die U-Bahn zu nehmen.
Zur Rush Hour ist es nicht empfehlenswert, die U-Bahn zu nehmen.

Technik und 
Technik und 

Tradition sind in Japan harmonisch vereint.
Tradition sind in Japan harmonisch vereint.

Überall kann man prachtvolle Tempel besichtigen.
Überall kann man prachtvolle Tempel besichtigen.

 
     

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