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Der kulturelle Tausendsassa engagiert sich nicht nur beim ehrgeizigen Projekt Arge, sondern ist ebenfalls Mitgründer der Interessensgemeinschaft Kultur, die eine schützende Hand über Künstler in ganz Österreich hält. Außerdem hat er einen Sitz im Landeskulturbeirat.
Dieser hat sich die schwierige Aufgabe gesetzt, dem Land Salzburg in Sachen Kulturpolitik den Weg zu weisen. Nicht zuletzt mischt der Allrounder Wohlzog auch noch beim Dachverband Salzburger Kulturstätten mit.
Von Anfang an mit an Bord des größten unabhängigen Künstlerzentrums in Westösterreich, musste der Arge-Geschäftsführer mehr als einmal feststellen, dass im Land Salzburg ein rauer Wind weht, wo es um Förderungsmittel für freie Kunst geht. Denn die Freiheitliche Partei beäugt misstrauisch jeden Schilling, den der 40-jährige ausgibt und spannt auch gerne mal den Rechnungshof für solche Angelegenheiten ein.
Mehr als einmal erhoben die Blauen des Landes den (unbegründeten und auch sofort widerlegten) Vorwurf, die Arge verwende Förderungsgeld für Demonstranten. Solcherlei Polemik ist für Wohlzog ein rotes Tuch, aber eines ohne Signalwirkung, mag ihn Karl Schnell noch so oft als linken Agitator, oder gar als Natter an seinem Busen anprangern.
Schwere Schläge musste Gerhard Wohlzog allerdings auch von Seiten der Landesregierung einstecken, am heftigsten 1995, als der Finanzierungsplan für die Arge kurzfristig verzögert wurde, und Wohlzog seinen Leuten zwei Monate Lohn vorenthalten musste.
Seither ist die kulturpolitische Lage nicht rosiger für ihn geworden. Der schwarz-blaue Sparkurs nagt die freie Kultur von allen Seiten an, die Kunstförderungen werden massiv gestrichen.
Trotz solch schlechter Vorraussetzungen gelingt es Gerhard Wohlzog immer wieder, seine Arge ins Trockene zu bringen und damit das bunte Kulturspektrum zu erhalten. Doch nicht nur innerhalb der Arge setzt er seine Initiativen, sonder auch im Netz betreibt er aktive Meinungsbildung. So ertönte seine regierungskritische Stimme zum Beispiel beim sogenannten Elektro-Frühstück, Internetforum für all jene, die Schüssel und Co auf die Finger schauen wollen.
Neben seinem Engagement für Politik und Kultur arbeitete er auch lange an seinen eigenen Kunstwerken. Er versuchte sich bereits als Literat, Schauspieler, Bildhauer, Fotograf und Maler. Doch seine vielseitigen Aufträge erlauben ihm nicht mehr, sich darin zu üben. Auch wenn er gerne mehr zum Schreiben kommen würde, hat er seine eigenen, schöpferischen Kunsttendenzen vorläufig ad acta gelegt.
(elkri)
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