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Ausgabe Nr. 44 - Donnerstag  16.12.1999 - Seite 2
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Die längste Nacht: Für Rotes Kreuz, Polizei und Feuerwehr heißt der Jahreswechsel Schwerstarbeit.


Ausgelassene Stimmung, 80.000 Menschen, die sich in der Innenstadt drängen, Alkohol in rauhen Mengen und Tausende von Feuerwerkskörpern, die trotz des Verbots abgeschossen werden. Für Polizei, Feuerwehr und die Helfer vom Roten Kreuz bedeutet die Silvesternacht Schwerstarbeit. Und wochenlange Vorbereitungen. Denn man will für alle Eventualitäten gerüstet sein.

 
Was heute noch serviert wird:

Sterne am Millenniums-Himmel – So ein Feuerwerk hat Salzburg noch nie gesehen (auf Seite 1)

"Millenniumsstrom!" (auf Seite 3)


Rot-Kreuz-Direktor Gerhard Huber, der als Einsatzleiter selbst die dramatischen und chaotischen Ereignisse in den Auffanglagern für die Kosovo-Flüchtlinge in Albanien meisterte, tüftelt mit den Chefs von Polizei und Feuerwehr seit Wochen an den Einsatzplänen für die längste Salzburger Nacht des Jahres. „Für uns ist vor allem die Verkehrssituation ein Problem“, erklärt Huber. Die Kernzone der Feiern rund um die Staatsbrücke ist abgesperrt. Und bei den Tausenden, die in der Innenstadt feiern werden, ist an ein Durchkommen mit dem Rettungswagen ohnehin nicht zu denken.
Daher entschloss man sich insgesamt neun Stützpunkte einzurichten, an denen neben den Rot-Kreuz-Leuten auch Kräfte von Polizei und Feuerwehr postiert sind. „Mobilität ist das höchste Gebot, daher haben wir auf Zelte verzichtet. Mit unseren Fahrzeugen können wir schneller auf veränderte Situationen reagieren“, sagt Huber. Dem es lange schien, als würden die verantwortlichen Politiker seine Vorkehrungen nicht ganz ernst nehmen. „Aber die Tragödie vom Bergisel mit fünf Toten hat einige Herren wachgerüttelt. Die haben jetzt für unsere Anliegen ein offenes Ohr.“
Die Mobilität gilt es auch in exponierten Lagen zu gewährleisten. So stehen auf der Salzach Boote von Feuerwehr und Wasserrettung mit Tauchern bereit. Am Mönchsberg und am Kapuzinerberg sind Männer der Bergrettung mit geländegängigen Fahrzeugen postiert.
Der Verkehr ist auch Hauptproblem der Polizei: „Neuralgische Punkte wie die Nonntaler Brücke müssen für Einsatzfahrzeuge immer frei bleiben“, sagt Polizeidirektor Karl Schweiger.
Der von den Veranstaltern private Ordnerdienste fordert: „Für die Schlichtung von kleineren Raufereien können wir keine Beamten abstellen. Die werden anderswo gebraucht.“
Wegen des Y2K-Phänomens sollte es bei den Einsatzkräften keine Probleme geben. „Unsere Computersysteme haben wir alle checken lassen. Sollte der Strom ausfallen, wird unsere Zentrale zuerst von Batterien und dann vom Notstromaggregat gespeist. Und wenn das Telefonnetz ausfällt, haben wir direkte Funkverbindungen zu allen Krankenhäusern“, sagt Rot-Kreuz-Chef Huber.
Der offenbar wirklich an alles gedacht hat. Wegen der vielen Glasscherben auf den Straßen wird ein VW-Pritschenwagen zu einem speziellen Reparatur-Fahrzeug umgebaut. Mit Reservereifen für alle Wagentypen und auch allen möglichen Ersatzteilen ausgerüstet. Gefeiert wird bei den Helfern erst am frühen Morgen. Wenn das neue Jahrtausend ohne gröbere Zwischenfälle ins Land gezogen ist.


(pernod)
 

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Wochenlang haben die Einsatzkräften an den Einsatzplänen getüftelt. Die Altstadt wird in sechs Zonen aufgeteilt. Quelle: Rotes Kreuz Salzburg
Wochenlang haben die Einsatzkräften an den Einsatzplänen getüftelt. Die Altstadt wird in sechs Zonen aufgeteilt. Quelle: Rotes Kreuz Salzburg

Das Y2K-Problem sollte in der hochmodernen RK-Leitstelle nicht auftreten.
Das Y2K-Problem sollte in der hochmodernen RK-Leitstelle nicht auftreten.

Polizeidirektor Karl Schweiger schickt 200 Beamte in die Silvesternacht. Und verlangt von den Veranstaltern private Ordnerdienste.
Polizeidirektor Karl Schweiger schickt 200 Beamte in die Silvesternacht. Und verlangt von den Veranstaltern private Ordnerdienste.

 
     

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