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Ausgabe Nr. 26 - Montag  19.4.1999 - Seite 1
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"Fast Food" im Hexenhaeuschen: Impro-Show in der ARGE Nonntal


Die Stadt Salzburg war in den letzten Wochen mit auffallenden Plakaten bestueckt: Zwei beleibte Sumoringer am Strassenrand mit der Ueberschrift "Theatersport". Was steckt dahinter? Ein kulturelles Abenteuer mit einfachem, aber genialem Prinzip.

 
Was heute noch serviert wird:

Spontan und unvorhersehbar: Die Entwicklung des Improtheaters (auf Seite 2)

Die Auster im Schrebergarten (auf Seite 3)


Bevor das Spektakel der Muenchner Theatergruppe "Fast Food" beginnt, muessen die Zuschauer aktiv werden. Eine Art Auflockerungsuebung, um dem Publikum zu zeigen, wie es in den Ablauf der Theaterstuecke eingreifen kann. "Auf Drei ruft die rechte Seite mir ein Werkzeug zu! Eins, zwei, drei:" "Hammer!" Abwechselnd mal links, mal rechts bruellt und schreit das Publikum Orte, Charaktere und Gefuehle. Das Prinzip ist der fixe Einbezug des Publikums in den Handlungsablauf der Szenen. Die Zuschauer sollen nicht nur bedient, sondern auch aktiv gefordert werden.

Den Rest des Abends bieten die Improvisationskuenstler verschiedene spontane Szenenbloecke. Je nach Laune des Publikums werden Einfaelle und Vorgaben von den Darstellern sofort in Szene gesetzt. Am "Marktplatz": der Zuschauer verfolgt das Gespraech zweier Frauen, ob nun Tomaten oder Bananen der Saison gerecht werden. Der dritte Akteur klatscht ploetzlich in die Haende, friert die Szene ein und uebernimmt sowohl Position als auch Mimik eines Kollegen und kreiert eine voellig andere Situation.

Als naechstes sucht sich das Publikum ein x-beliebiges Gebaeude aus. Die Wahl faellt auf ein "Hexenhaeuschen" in dem ein und dieselbe Szene dreimal gespielt werden soll. Das erste mal ohne Vorgaben, dann werden den handelnden Personen Stimmungen (aggressiv, lustvoll, phlegmatisch) zugewiesen und zuletzt eine Tierart. Verliebt "zuengelt" die Schlange um die Muecke, die gerade den haarwuchsfoerdernden Zaubertrank fuer den Grottenolm zubereitet.

Ein andere Szene entwickelt sich aus Zuschauer–Requisiten. Unglaublich, was der Herr von vorne rechts alles in seiner Jacke unterbringt. Ein Stapel von Prospektmaterial, jede Menge Krimskrams und ein Handy werden gekonnt in das Stueck integriert: die Konzertagentin verhandelt mit dem unverschaemten Fahrradboten und dem tuerkischen Hilfsarbeiter. Die Zeitschriften aus des Zuschauers Jacke werden zu Vertraegen, das Handy zum wichtigsten Werkzeug der gestressten Managerin. Als sie den Hilfsarbeiter aus dem Portemonnaie des Jackenbesitzers bezahlt, gefriert letzterem fuer ein paar Sekunden das Laecheln im Gesicht.

Bevor es in die zweite Runde geht, werden die Besucher aufgefordert, kurze Saetze auf einen Zettel zu schreiben und diese dann nach der Pause auf die Buehne zu legen. Die Akteure verstreuen die Zettel auf der Buehne und auf: fuenf, vier, drei, zwei, eins: los!, wird aus Satzfragmenten eine Szene gezaubert.

Obwohl das Salzburger Publikum bei der Auswahl der Stichworte nicht gerade erfinderisch ist ("Praktikantin im Weissen Haus"), wird es trotzdem mit einer Zugabe belohnt. Ein letztes Mal setzt sich das Fast Food-Team in Szene und das in Form einer komischen Oper. Ein "Gustostueckerl der falschen Toene" verpackt in eine aufwendige "Friedhofsmauer-Arie". Die Kroenung des Abends.
 

Links zum Thema:

Umfangreiche englische Seite ueber Improvisationsthaeater Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Freestyle Theater in New York Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Deutsche ImproTheater-Kontaktstelle mit Kontaktadressen zu ImproShows und -workshops und einen "Improliga"-Rundbrief, Improtheater-Spielideen und Know-how-Pool Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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