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Ausgabe Nr. 124 - Freitag  14.12.2001 - Seite 1
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Siegfried Pichler - Hoffnungsträger der Salzburger Arbeitnehmer


Er ist der Mann der in der Arbeiterkammer Salzburg die Fäden zieht. Das behaupten zumindest seine politischen Gegner. Ohne Zweifel ist sein Einfluss groß. Siegfried Pichler, AK-Vizepräsident, ist Gewerkschafter von der Pike auf.

 
Was heute noch serviert wird:

Helmut Haigermoser: Nationalratsabgeordneter und Geschäftsmann - Gegen Karl Schnell rennt der Bundespolitiker bisher vergebens an (auf Seite 2)


Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten), sitzt der 49-jährige der stimmenstärksten Fraktion in der Arbeiterkammer, der FSG (Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter) vor.

Ihm ist es zuzurechnen, dass die FSG heute mit absoluter Mehrheit die Geschicke der Arbeiterkammer Salzburg lenkt. Das war nicht immer so. Als Pichler 1984 sein Amt antrat, wies die FSG nur einen hauchdünnen Vorsprung auf. Heute ist sie im Besitz von 43 der 70 AK-Mandate.

Der von Gewerkschaftern anderer Fraktionen als "Ultrasozialist" bezeichnete Pichler - Informationsschreiben eröffnet er mit den Worten: Liebe Genossin, Lieber Genosse! - schlug den roten Weg schon früh ein. Mit 15 Jahren war der gelernte Einzelhandelskaufmann bereits Funktionär in der Gewerkschaftsjugend, mit 19 absolvierte er die Ausbildung für sozialistische Gewerkschafter in Wien.

Seit 1976 ist er in der GPA, seit 1984 in der FSG tätig. Der Vater von zwei erwachsenen Kindern gilt auf Unternehmerseite als unbequemer Streiter für soziale Gleichheit und gute Arbeitsbedingungen. Vehement tritt er für die Interessen von Arbeitslosen und Frauen ein. In zahlreichen Anträgen fordert er zudem den freien Bildungszugang und die Beibehaltung des Solidaritätsprinzip. "Kein leichtes Unterfangen bei dem undemokratischen Hau-Ruck-Vorgehen der derzeitigen Regierung".

Kritiker hingegen werfen Pichler ein zu starkes Verfolgen eigener Interessen vor, anstelle sich auf Kernkompetenzen und Transparenz der Arbeitnehmervertretung zu konzentrieren. Beliebt ist Pichler hingegen bei seinen Mitarbeitern, denen er ein hohes Maß an Freiheit und Verantwortung im Beruf gewährt. Die geringe Personalfluktuation innerhalb der GPA bestätigt das gute Arbeitsklima.

Einmal schon, 1997, hätte der leidenschaftliche Golfspieler fast den Thron des Arbeiterkammeroberhaupts bestiegen. Pichler war bereits als Spitzenkandidat für die Nachfolge des scheidenden AK-Präsidenten Herbert Suko gewählt. Dieser lehnte Pichler als Nachfolger jedoch ab. Heftige und nicht immer mit feiner Klinge geführte Auseinandersetzungen waren die Folge.

Um die Fraktion vor einer Spaltung zu bewahren, zog Pichler schließlich seine Kandidatur zurück. Den Verzicht zugunsten des Kompromisskandidaten und jetzigen AK-Präsidenten Alexander Böhm, rechnen ihm selbst seine Kritiker hoch an. Eine Kandidatur für die nächsten AK-Wahlen 2004 ist für Pichler damit aber noch nicht vom Tisch.

Ein Porträt aus der Reihe 'SalzBurger Köpfe')

(nef)
 

   
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Siegfried Pichler: Geschäftsführer der GPA und passionierter Golfer
Siegfried Pichler: Geschäftsführer der GPA und passionierter Golfer

 
     

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