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Ausgabe Nr. 8 - Mittwoch  25.11.1998 - Seite 1
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Lange Nächte am Spieltisch


Sie haben täglich nicht nur mit viel Geld zu tun, sondern sind für viele auch Handlanger des Schicksals. Als Herren über den Roulette- oder Blackjack-Tisch haben Croupiers das Glück wortwörtlich in der Hand

 
Was heute noch serviert wird:

Croupier - Wie wird man das? (auf Seite 2)

Das Casino für jedermann (auf Seite 3)

Seriosität wird grossgeschrieben (auf Seite 4)


Ein großer Raum mit Teppichen am Boden und Mahagoni-Spieltischen. Ein Klavierspieler, der für eine angenehme Hintergrundmusik sorgt. Das Kullern der Roulette-Kugel am Spieltisch. Aufgeregtes Geraune der Spieler, die in letzter Sekunde noch auf ihre Glückszahl setzen, und die anschließende gespannte Stille, bis die Kugel fällt.

So oder so ähnlich fällt der erste Eindruck beim Casino-Besuch aus. Die stilvolle und seriös zurückhaltende Welt der Casinos ist ja nicht erst seit den James-Bond Filmen mit Glitzer und Glamour verbunden.

Wieviel haben diese Vorstellungen aber mit der Realität zu tun? Wieviel bleibt von dem Glitzer übrig, wenn man täglich zwischen 15 und 3 Uhr in der Früh sieben bis neun Stunden an den Spieltischen arbeitet? Rudolf Rohrer, seit 32 Jahren im Casino tätig, und mittlerweile vom einfachen Croupier zum Inspektor aufgestiegen, sieht die Sache eher pragmatisch: ”Man muß den Versuch machen, Abstand zu halten". Wenn die Bauern mit ihren abgearbeiteten Händen kämen und auch noch den letzten Zwanziger von ihrem hart verdienten Geld verspielten, empfinde man zwar Mitleid, aber helfen könnte man auch nicht.

Andererseits sind auch für den erfahrenen Croupier die großen Gewinner ein Erlebnis: Aber ”Man sieht des nicht als Geld", wenn da einer so hoch gewinne. Die Jetons würden dem Geld einen spielerischen Charakter geben, dem sich Spieler und Croupiers nur bis zu einem gewissen Grad entziehen können. Denn wenn Geldscheine ins Spiel kämen, würde auch so manchem langgedienten Glücksspielprofi anders: Rudolf Rohrer erinnert sich an einen Stammkunden, der ihm einmal beim Setzen 100.000 Schilling in Bar hingeworfen, und ihn damit auch leicht aus der Fassung gebracht hätte.

Die Freude über hohe Gewinne würde im Casino allerdings kaum offen ausgelebt: Der Chausseur Dieter, der als Kellner den Gästen Getränke serviert, weiß von keinen großen Feiern zu berichten. Zwar gratuliere die Direktion, doch sonst werde alles eher ruhig gehalten. Auch große Verlierer trügen ihr Schicksal mit Fassung, größere Probleme habe es noch nie gegeben.

Freunde gewinne man allerdings auch unter jahrelangen treuen Kunden keine: Auch wenn man per Du sei und sich regelmäßig am Spieltisch treffe, müsse man als Croupier doch immer noch genug Abstand wahren. ”Man muß sagen können, 'Du hast falsch gesetzt' ", meint Rohrer dazu. Denn im Casino wird die Gleichbehandlung der Spieler großgeschrieben: ”Man muß vorsichtig sein, nicht irgendeinen zu bevorzugen".

Überhaupt habe man als Croupier relativ wenig mit den Leuten zu tun: Das Spiel fordere sehr viel Konzentration, sodaß für Gespräche keine Zeit bleibe. Erst mit seinem Aufstieg zum Inspektor, der die korrekte Abwicklung des Glückspiels überwacht, habe er mehr Gelegenheit zum direkten Kontakt mit den Besuchern.
 

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