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Ausgabe Nr. 32 - Mittwoch  28.4.1999 - Seite 3
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Neulich im SalzBurger:
am 20.4.1999
Auf Sand gebaut?


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Junge Europäische Studenten (JES) und Liberales StdentInnen Forum (LFS)


Einzug in den Hauptausschuss contra Kundenzufriedenheit bei StudentInnen

 
Was heute noch serviert wird:

OEH-Wahl 99
Wer geht diesmal hin? (auf Seite 1)

AktionsGemeinschaft (AG) und Gruene und Alternative StudentInnen (GRAS) (auf Seite 2)

Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) und Verband Sozialistischer StudentInnen Oesterreichs (VSSTOE) (auf Seite 4)

Nicht wirklich betroffen (auf Seite 5)


Interview mit dem JES-Spitzenkandidaten Constantin Eschlboeck


Welche Ziele habt ihr euch fuer diese OEH-Wahl gesteckt?

Wir moechten gerne den Einzug in den Hauptausschuss der OEH-Salzburg schaffen und auf Bundesebene wollen wir die Mandatszahl halten.


Wie sehen eure programmatischen Schwerpunkte aus?

Zunaechst einmal sicherlich die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft bei der oesterreichischen Hochschuelerschaft. Ausserdem wollen wir durch Wahrnehmung der Mitsprache bzw. Mitgestaltung der Lehrplaene etc. studieren vielleicht insofern attraktiver machen, als man durch eine "Anders-Gestaltung" der Lehrplaene eine effizientere Ausbildung erreichen wollen. Nachzudenken waere hier im Besonderen auch ueber "Tutorials", um den Leuten in den unteren Semestern eine fundierte, durchaus humanistische, holistische Ausbildung zuteil werden zu lassen. Und zwar unabhaengig von der Fakultaet oder dem Institut, um so vielleicht "andere" Akademiker generieren zu koennen.


Auf welchem Weg hofft ihr, diese an den Waehler/die Waehlerin zu bringen? (give-aways, Diskussionsrunden, Aktionismus etc.)

Es ist so, und ich muss das leidenschaftslos zugeben, dass wir in Salzburg nicht gerade mit personellem Ueberschuss gesegnet sind. Daher muessen wir uns auch etwas Bescheiden im Einsatz unserer Mittel; natuerlich auch pekuniaer. Wir wollen einerseits durch unser oessterreichweit affichiertes, provokantes Plakat die Kollegen zur Diskussion anregen. Der groesste Feind aller Fraktionen ist sicher die geringe Wahlbeteiligung und wenn man, egal auf welchem Weg, das Interesse der Kollegen wecken kann, dann sollten wir diesen Weg vielleicht beschreiten. Im weiteren wollen wir dann konventionelle Wege beschreiten, d.h. "Informations-Tische" machen und im Gespraech versuchen, die Leute nicht nur zur Wahl zu bewegen sondern moeglicherweise eben auch dazu zu bewegen, dann uns zu waehlen. Salzburg hat den Vorteil nicht so "wahnsinnig" gross zu sein; man muss daher nicht irgendwelche Massenveranstaltungen inszenieren um sich an die Leute zu wenden.


Gibt es fuer euch speziell umrissene Zielgruppen innerhalb der Studentenschaft?

Wir wollen zwar speziell dem konservativen Spektrum eine Alternative bieten, doch waere es sicher falsch zu sagen, das wir nur diese ansprechen wollen. Wir freuen uns ueber alle, die wir davon ueberzeugen koennen uns zu waehlen und versuchen dementsprechend natuerlich auch moeglichst viele zu ueberzeugen.


Was soll, was kann studentische Vertretung leisten?

In den letzten Jahren wurden wir mit verschiedensten Auspraegungen studentischer Vertretung konfrontiert, am sinnfaelligsten war das wohl im Rahmen des Streiks. Das ist unserer Ansicht nach ein Weg, denn eine studentische Vertretung nicht beschreiten kann. Es kann nicht sein, dass eine studentische Vertretungs-Exekutive kausal dafuer wird, dass oeffentliches Eigentum beschaedigt wird; das die gesellschaftliche Ordnung, wenn auch nur voruebergehend, irgendwie gestoert ist, so wie das seinerzeit in Wien zweifellos der Fall war, und vor allem kann es auch nicht sein, dass der universitaere Alltag und Ablauf irgendwie dadurch beeintraechtigt wird. Weil es nichts bringt! Ich kann den universitaeren Ablauf wohl beeintraechtigen, indem ich das Gespraech mit den Lehrenden suche und indem ich versuche meine Ideen irgendwie umzusetzen. Aber sicher nicht durch die Blockade von Hoersaelen. Auch wenn diese Leute damals wohl von hehrem Geist beseelt waren, so muss man sich da sicher anderes ueberlegen. Die OEH sollte nicht mit den, nolens volens entrichteten, Beitraegen der Studierenden einen gesellschaftspolitischen Auftrag wahrnehmen, den sie nicht hat! Hier wurden Gelder gebunden, die besser fuer Seminare, think-tanks etc. verwendet waeren; da weiss man wenigstens dass dabei etwas herauskommt.


Die Pflichtmitgliedschaft wird von verschiedenen Seiten wieder thematisiert bzw. in Frage gestellt: Wie steht ihr dazu?

Es gibt, meines Erachtens, keinen vernuenftigen Grund fuer die Pflichtmitgliedschaft. Oesterreich ist das einzige Land in dem es diese gibt. Sie macht schlicht und ergreifend keinen Sinn. Wenn ich einem politischen Gremium nur durch Selbstmord oder Beendigung meines Studiums entkommen kann; wo bleibt da die studentische Freiheit?


Wie setzt sich euer Hauptausschuss-Team "soziostrukturell" zusammen (in bezug auf Alter, Semesteranzahl, Studienrichtungen, Frauenanteil)?

Wir sind in Salzburg ein Team aus vier Leuten. Die Haelfte davon sind Frauen. Drei von uns sind Juristen, eine Kollegin betreibt am Philosophicum ein "studium irregulare". Ich selbst engagiere mich zum erstenmal in dieser Form studentenpolitisch, bin im 12. Semester und hoffe mein Studium in diesem Semester beenden zu koennen. Ich werde aber zum Dissertationsstudium noch in Salzburg sein und denke, dass ich dann das Mandat auf jeden Fall noch wahrnehmen kann. Die Kollegin von der Philosophie ist aehnlich weit fortgeschritten in ihrem Studium und war waehrend ihrer Zeit in Linz auch schon studentenpolitisch aktiv, allerdings nicht in der JES, die es in Linz nicht gibt, sondern im Studentenforum. Die beiden anderen sind noch nicht so lange an der Universitaet und haben auch kaum studentenpolitische Erfahrung, aber dies bedeutet sicher nicht, dass sie deshalb weniger kompetent sind.


Wie steht ihr zur bekannt geringen Wahlbeteiligung?

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Studentenschaft eine sehr unpolitische geworden ist. Dies war vor zehn, fuenfzehn Jahren sicher noch anders. Aber ich halte diese Entpolitisierung fuer einen gesamtgesellschaftlichen Trend, und man muss sich sicherlich in allen politischen Gruppierungen fragen, wie man diesem Trend entgegenwirken kann.


Frage an den/die Spitzenkandidaten/in: Was ist Deine ganz persoenliche Motivation fuer Dein studentenpolitisches Engagement?

Ich moechte zeigen, dass es auch noch ein konservatives Potential in der Studentenschaft gibt und versuchen, durch mein Engagement diesem konservativen Spektrum eine Wahlmoeglichkeit anzubieten.




LSF: Kundenzufriedenheit bei StudentInnen
Interview mit Mario-Rene Wilplinger, Spitzenkandidat des LSF


Welche Ziele habt ihr Euch fuer diese Wahl gesteckt?

Die Ziele des LSF fuer die OEH Wahl 1999 sind klar gesteckt. Wir vom LSF wollen die zwei Mandate im HA (kuenftig Universitaetsvertretung) halten, sowie die Mandatsmehrheit der AG auf der Rechtswissenschaft durch die PGLV erstmals schmerzlich treffen. Wir waren immer bereit Verantwortung zu uebernehmen, was auch unsere Mitarbeit in der Exekutive der letzten zwei Jahre gezeigt hat. Auch bei dieser OEH Wahl ist es unser primaeres Ziel, in die Exekutive zu kommen.

Programmatischer Schwerpunkt

Die Studierenden muessen von der Universitaet als KundInnen betrachtet werden. Bibliotheks- und Computerraumoeffnungszeiten, das Angebot an Sprechstunden, sowie das Lehrveranstaltungsangebot zu Zeiten, die auch fuer berufstaetige Studierende moeglich sind, muessen empfindlich ausgeweitet werden.Gegen Bevormundung fuer mehr Freiraum Das Ministerium hat einen Entwurf vorgelegt, der eine Reglementierung der Lehrveranstaltungsabfolge, die Reduzierung der Pruefungstermine, sowie eine Verpflichtung PS- und Seminararbeiten im Semester der LV abzugeben, beinhaltet. Dies gilt es zu verhindern.Eines der wesentlichen Kriterien fuer Bildung ist die weitgehende freie Wahl des Bildungsweges der Einzelnen. Die Entscheidung fuer den Bildungsweg sollte nicht von Gesellschaft oder Staat vorgenommen werden, um einem von diesen gewuenschten Bildungsziel gerecht zu werden. Endstation Universitaet? Entruempelung der Studienplaene.
Die derzeitigen Studien sind in ihrer Mehrheit zu lange, zu starr, zu ueberfrachtet. Wir wollen den einzelnen Studierenden die Moeglichkeit geben, selbstbestimmt zu studieren und wie es ihren Neigungen und Anforderungen an ihr Studium entspricht. Grundlegend fordern wir, dass das derzeit in Oesterreich bestehende Angebot an Studienrichtungen zu erhalten und um diejenigen individuellen Diplomstudien (studia irregularia) zu erweitern ist, die schon seitJahren erfolgreich laufen. Bislang kombinationspflichtige Studien sollten auch fuer sich studiert werden koennen und dann mit einem eigenen akademischen Titel (u.a. Bakkalaureat) abschliessen; gleichzeitig koennten analog zu einigen Vollstudien noch Schwerpunktstudien an der Universitaet Salzburg eingerichtet bzw. zu Vollstudien Aufbaustudien geschaffen werden, die zu eigenstaendigen Erarbeiten und Anwenden von Wissen befaehigen. Dem bisherigen Weg zu individuellen - auch internationalen - Studium muessen alle buerokratischen Huerden genommen werden: freie Wahl des Studiums hinsichtlich der Sinnhaftigkeit. Um angeeignetes theoretisches Wissen auch in der Praxis anwenden zu koennen, sind in Studienplaenen, in denen dies bislang noch nicht der Fall war, anrechenbare und freiwillige Praktika mit begleitender Betreuung einzubauen. Die Erhoehung des Anteils nicht-frontaler Veranstaltungsformen ist ein dringliches Anliegen.

Professionalisierung der OeH. Die oesterreichische Hochschuelerschaft ist seit unserer Exekutive in vielen Bereichen professionalisiert worden. Aus den unuebersichtlichen und semiprofessionell gestalteten Studien- und Sozialreferaten ist ein Beratungszentrum geworden. Die Beratungszeiten wurden verdoppelt und eine Steigerung der Qualitaet durch Schulungen und Supervisionen deutlich gehoben. Doch all diese Bemuehungen sind erst der Grundstock zu einer neuen, effizienteren und schlagkraeftigeren OeH, die ihrem Ruf als Interessensvertretung fuer 230.000 Studierende bundesweit und ca. 13.000 Studierende in Salzburg, gerecht werden kann. Unser Modell der OeH ist ein 3-Saeulenmodell aus Service, bildungspolitischer Arbeit und allgemeinpolitischer Arbeit. Die OeH darf kein reiner Dienstleistungsbetrieb werden, der dort einspringen muss, wo die Universitaet versagt. Weiters muessen Toepfe, die fuer Sonderprojekte und fuer OeH-Materialien verwendet werden, die effektiver gestaltet werden koennten zu Gunsten der Sozialtoepfe geschmaelert werden. Ein Skriptenreferat sollte fuer die reibungslosere Abwicklung der Besorgung von Lehrveranstaltungsunterlagen in Salzburg sorgen.


Wege der Umsetzung

Ziel ist es die Studierenden zu informieren wofuer wir eintreten. Dies wollen wir durch verschiedenen Veranstaltungen (z.B.: Eingequetscht wie Oelsardinen volle Hoersaele - kein Service, ein Campus Hearing usw.) erreichen.
Zusaetzlich gibt es die gewohnten Plakat und Flyeraktionen, sowie give-aways und Filmabende.


Gibt es speziell umrissene Zielgruppen innerhalb der Studentenschaft?

Nein.


Was soll bzw. kann studentische Vertretung leisten?

Wir erachten eine selbstorganisierte Form der Studierendenvertretung auch in Zukunft als notwendig, um die zentralen Werte der Mitentscheidung und Mitbestimmung in studentischen Angelegenheiten zu gewaehrleisten. Wir befuerworten daher die weitere Existenz der studentischen Interessensvertretung, jedoch mit Moeglichkeit, sich frei fuer eine Mitgliedschaft zu entscheiden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist zuvor die OeH im Sinne unseres Grundsatzprogrammes fit zu machen. Darueber hinaus ist es notwendig, die Wahlen in die Universitaetsgremien (Institutskonferenzen, Studienkommissionen, Kollegien, Senat) von jenen in die Organe der studentischen Interessensvertretung zu entkoppeln. Das heisst: Aktives und passives Wahlrecht aller Studierenden, unabhaengig von ihrer Mitgliedschaft bei der Interessensvertretung, fuer Universitaetsgremien. Jede und jeder Studierende soll die Moeglichkeit haben, seine eigenen Studienbedingungen direkt aktiv mitgestalten zu koennen.


Die Pflichtmitgliedschaft wird von verschiedenen Seiten thematisiert bzw. in Frage gestellt, wie steht ihr dazu?

Ein klares "Nein" zur OeH Zwangsmitgliedschaft Wir Liberale lehnen jede Form der Zwangszugehoerigkeit zu Interessensvertretungen in Form von Kammern ab. deshalb sprechen wir uns auch gegen eine Pflichtmitgliedschaft bei der oesterreichischen Hochschuelerschaft, wie sie derzeit besteht, aus. Wir setzten uns fuer die freie Entscheidung ueber die Mitgliedschaft bei der OeH ein.


Wie steht ihr zur bekannt geringen Wahlbeteiligung?

Parteipolitisches Hick-Hack haben die OeH Wahl an Image verlieren lassen, Hinzu kommt die Politikverdrossenheit der Studierenden, daher ist auch heuer nur mit einer Wahlbeteiligung von etwa 30% zu rechnen.


Frage an den/die Spitzenkandidaten/in: Was ist deine persoenliche motivation fuer dein studentenpolitisches Engagement?

Liberale sind Kraft der Veraenderung. Meine persoenliche Motivation war es immer, ein Teil dieser Kraft zu sein. Ich finde es wichtig sich politisch zu engagieren, egal ob fuer die Chancengleichheit, den Buerokratieabbau, die Entruempelung von Studienplaenen oder die Verbesserung der Universitaet in ein Dienstleistungsunternehmen fuer Studierende, das nur dann finanzielle Mittel vom Staat bekommt, wenn es sich verpflichtet ein entsprechendes Angebot und Service zu gewaehrleisten.



 

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Das Team des LSF
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