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Ausgabe Nr. 35 - Montag  3.5.1999 - Seite 4
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"Eine Bereicherung fuer die Stadt"


"Sound of Music", ein klingender Titel fuer einen Film, der das Bild von Oesterreich bzw. von Salzburg fuer Generationen von Touristen gepraegt hat. Doch die meisten Salzburger Stadtbewohner kennen diesen nicht. Es gibt auch eine schon jahrelang aeusserst erfolgreiche "Sound of Music Tour" per Bus, die wochentaeglich zweimal gestartet wird, an die fuenf Stunden dauert und die Fahrgaeste bis nach Mondsee bringt.

 
Was heute noch serviert wird:

Bekommt die Weltkulturstadt Salzburg ein neues Highlight fuer den Tourismus nah und fern?
Von den Plaenen eines Sound of Music Museums in Salzburg (auf Seite 1)

"The Sound of Music Man" (auf Seite 2)

Schnitzel with Noodles: Impressionen von der Sound of Music Dinner Show (auf Seite 3)


Dabei werden angeblich alle fuer den Film relevanten Stationen wie Drehorte ect. abgehandelt, um die kulturelle Distanz der Touristen fuer das Wesen oesterreichischer Lebensart und Lebensumgebung zu ueberwinden. Gluecklich der Fremde, der das Touring- Marathon hinter sich gebracht nennen kann. Denn nicht nur, dass er einen Einblick in die Tiefe oesterreichischer (Seelen-)Landschaft hat werfen oder - mit der Kamera - ablichten koennen, sondern das gemeinschaftliche Erlebnis einer Erkundung unseres atemberaubend schoenen Salzburger Landes vermag wohl nicht jeder zu vergessen. So duerfte man sich das vorstellen.

Im letzten "Kunstfehler" stand nun ein Artikel ueber das Vorhaben eines heimischen Unternehmers, ein "Sound-of-Music"-Museum zu bauen. Konkrete Plaene liegen noch nicht vor, doch das Projekt ist im Gange. Man fragt sich als Betroffener automatisch, welchen Sinn ein solches Museum haben koennte, was sich fuer Auswirkungen auf die Stadt-Einsichten ergeben wuerden, die von den regelmaessig eintrudelnden Touristen wieder mit nach Hause genommen werden. Genuegte nicht die so haeufig absolvierte Panorama-Tour, um Land und Leute zu re-praesentieren? Da tauchte weiters die naheliegende Frage auf, wie die hier ansaessigen Menschen und anzutreffenden Touristen darueber denken, wobei die Tatsache der Unkenntnis vieler unserer Mitbuerger ueber den Film hier mit zu ueberlegen ist. Es sollte eine lockere Strassenbefragung sein ohne Anspruch auf Repraesentativitaet, die am Ende aber doch eine gewisse Faecherung aufwies. So meinte Roman Schober, ein solches Museum waere sicherlich eine Bereicherung fuer das kulturelle Angebot der Stadt, obgleich er selbst den Film noch nie gesehen und noch keine Vorstellungen ueber die Ausstellungspolitik des Museums hat. Fuers Geschaeft sei dieses jedenfalls lohnend. Selbstverstaendlich kaemen die Leute dann immer noch hauptsaechlich wegen Mozart und den Festspielen, aber das Museum sei bestimmt interessant fuer unsere Besucher. Letzteres ist auch die Auffassung von Elisabeth X., einer Mitarbeiterin bei Panorama-Tours. Ihr fiel auf Handumdrehen auch das Wort "Bereicherung" ein, als sie zum Bauvorhaben befragt wurde. Auf jeden Fall wuerde das Museum in die Sound-of-Music-Tour integriert werden. Etwas skeptischer traf man das Ehepaar Vaszi an. Ihrer Meinung nach sei dem Museum eher kein (finanzieller) Erfolg beschieden, angesichts dessen, dass an kulturellen Betaetigungsmoeglichkeiten in Salzburg bereits eine "Übersaettigung" eingetreten sei. Ja, der Fremdenfuehrerschaft und den Touuristen wird sicher eine Attraktion mehr geboten werden. Die rapide Antwort von Hannes Tannhofer zum Museum war "bescheuert, ueberfluessig, Film und Tour reichen", er selber erschaute bis dato aber nur Ausschnitte des Films. Haben wir es mit einem Vorurteil zu tun? Lassen wir vielleicht Guenter Sandner sprechen, der den Film kennt, und fuer welchen das Museum ein "weiterer Schritt in die kulturelle Verkitschung Salzburgs" zur Folge haette. Jennifer Maletz und Ursula Brenner gaben ihre Bedenken kund, dass die Touristen dann des Museums und des Filmbildes ueber Salzburg wegen hierher kommen und sich dann vor Ort damit begnuegen wuerden und nicht so sehr aufgrund des "tatsaechlichen" Salzburgs, das wie jeder andere neue Ort persoenlich, und nicht anhand eines Schemas entdeckt werden sollte.

Aber bleibt nicht die Frage offen, ob ein solches Schema im Grunde doch nuetzlich ist, wenn die meisten zwecks Stadtansicht Angereisten nur ein bis drei Tage bleiben und soviel wie moeglich sehen wollen. Wahrscheinlich ist das ein Problem, mit welchem jede Touristen-Stadt zu kaempfen hat, bzw. jede "Fremden"-Stadt muss sich wohl oder uebel entscheiden zwischen Authentizitaet und Kommerz. In diesem Sinne werden wir der Frage nach der Sinnhaftigkeit oder dem Unsinn eines "Sound-of-Music-Museums" nicht positiv beantworten koennen, denn Salzburgs Stadt-Kultur wohnt der Kommerz schon zu lange inne. Vielleicht werden die Salzburger durch das Museum dazu animiert, sich den Film doch anzusehen, um gegebenfalls zu erahnen, welche Erinnerungen die "Sound-of-Music"-Touristen von ihrem Besuch in Salzburg mit sich nach Hause tragen.

(Michael M. Vogl)
 

Links zum Thema:

Geschichte der Trapps Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Audio-, Videoclips und Bilder ueber Sound of Music Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Jodelwettbewerb..mit Soundbeispielen Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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