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Ausgabe Nr. 6 - Montag  23.11.1998 - Seite 2
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Historische Facts - Die Entwicklung der Salzburger Tracht


Am 14. Oktober 1910 wurde im Salzburger Landtag erstmals über den Antrag der Abgeordneten Dr. Stölzel, Scheibl, Hueber Anton und Genossen, betreffend Förderung und Hebung der Salzburger Eigenart in Tracht, Sitten und Gebräuchen verhandelt.

 
Was heute noch serviert wird:

Hubertus in Goiserern (auf Seite 1)

Wenn die Salzburger Trachten tragen (auf Seite 3)


Die Erhaltung der ländlichen Kleidung wurde damals als ein vordringliches Instrument zur Vermeidung der in Salzburg aufgrund der verspäteten industriellen Revolution erst um 1900 einsetzenden Landflucht angesehen. Ein Wiederaufleben der Salzburger Landestrachten wurde auch in Hinsicht auf deren anziehende Wirkung auf Fremde während der Sommersaison als wünschenswert angesehen.

Weiters sind der ideologische und der wirtschaftliche Hintergrund dieses Antrages nicht zu vergessen. Im Jahr 1911 wurde in diesem Zusammenhang der neugegründete Verein für Heimatschutz unter der Leitung von Schulrat Karl Adrian mit dem Studium von Sitte und Brauch beauftragt. Bei der ersten Beratung des Ausschusses wurde am 22. Februar 1911 im Beisein von 16 Geladenen aus dem Flachgau über "Die männliche Tracht des Flachgaues" beraten. 1913 waren die männlichen Trachtentypen für den Salzburger Flachgau sowie die allgemeine alpine Tracht fertiggestellt.

Am 13. April 1912 wurde der Ausschuß durch die Bildung eines "Damenausschusses zur Erhaltung bzw. Schaffung der weiblichen Volkstracht" erweitert. Die Beschäftigung mit der weiblichen Tracht sollte nun, nach der Fertigstellung der männlichen Trachtentypen, nicht vernachlässigt werden.
In diesen Versammlungen wurde zunächst betont, daß wenigstens die von der weiblichen bäuerlichen Bevölkerung selbst noch festgehaltenen Reste der Tracht, so das Kopftuch im Flachgau und das Kostüm der Gebirglerinnen mit dem Hut, unter allen Umständen erhalten bleiben sollen.

Angeregt durch die Erörterungen in den Sitzungen fertigten die beiden Ausschußmitglieder Lene Neubauer und die Fachlehrerin an der k.k. Staatsgewerbeschule Albina Pöltl Dirndl für Flachgauerinnen an, die großen Beifall fanden.
Im Jahr 1913 wurde im Geschäftslokal der Firma Neubauer erstmals die Tracht der "Bauernmädchen aus dem Flachlande" ausgestellt. In ihrem Aussehen entsprach sie großteils dem von den ländlichen Dienstboten Getragenen. So ist zu vermuten, daß die Variante der Lene Neubauer damit bereits ihren Weg auf die Verkaufstische gefunden hat.
 

   
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Gast einer Henndorfer Bauernhochzeit 1910 in der 1913 vom Landesausschuss beschlossenen Flachgauer Tracht.
Gast einer Henndorfer Bauernhochzeit 1910 in der 1913 vom Landesausschuss beschlossenen Flachgauer Tracht.

Albine Pöltl und Lene Neubauer im Flachgauer Dirndl (1912)
Albine Pöltl und Lene Neubauer im Flachgauer Dirndl (1912)

 
     

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