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Ausgabe Nr. 79 - Donnerstag  29.3.2001 - Seite 2
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Einblick in geplante Reform


Zwar legt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur einen konkreten Regierungsentwurf erst im April vor, aber die bekannt gewordenen Zielsetzungen rufen bereits jetzt großen Widerstand hervor.

 
Was heute noch serviert wird:

Hochschullehrer im "Streik" (auf Seite 1)


Problembereiche der Uni-Reform

Vize-Rektor Schmidinger benannte vier zentrale Problembereiche: Den Universitätsbediensteten stehe bei der Novellierung des Dienstrechts Vertrauens- und Rechtsschutz zu. Ohne Zustimmung der betroffenen Arbeitnehmer könnten also keine gravierenden Änderungen zu deren Nachteil vorgenommen werden. Zudem werde die Finanzierbarkeit der Reformen im Rahmen der Vollrechtsfähigkeit vom Bund auf die Universitäten abgewälzt. Allgemein schätzte Schmidinger das geplante "Vier-Säulen-Modell" (Promotion, Habilitation und Vertragsprofessur mit jeweils befristetem Beschäftigungsverhältnis und als vierte Säule die pragmatisierten ordentlichen Universitätsprofessoren) als unrealistisch ein. Senatsvorsitzender Hagen kritisierte dabei die von der Regierung als Regelfall einkalkulierte Arbeitslosigkeit der Wissenschaftler im Verlauf ihrer Karriere. Zudem werde die Universitätslaufbahn nicht mehr von der Leistung des Einzelnen abhängen, sondern nur noch von der momentanen Anzahl an freien Dienstposten. Als größtes Problem bezeichnete Schmidinger den Trend, den gesamten Wissenschaftsbereich nur noch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten und zu bewerten. Insbesondere dieser Punkt fand breite Unterstützung nicht nur auf dem Podium.

25.000 Schilling Studiengebühr denkbar

Die ÖH-Vertreter zeichneten sogar das Schreckensszenario einer "Firma Universität", wozu auch eine mögliche Standortbereinigung um schwach frequentierte Institute gehört. Ebenfalls vertrat die ÖH die unwidersprochene Ansicht, dass die ab Herbst geplanten Studiengebühren von 5.000 Schilling pro Semester mittelfristig auf bis zu 25.000 Schilling erhöht werden könnten.

Standort Salzburg nicht in Gefahr

In Salzburg seien ganze Fakultäten nach Einschätzung der Experten nicht von einer Schließung bedroht, sehr wohl müsse damit gerechnet werden, einzelne Studienrichtungen im Zuge der Reformen zu verlieren. Dies würde den Uni-Standort Salzburg zwar nicht gefährden, aber seine Attraktivität deutlich mindern. Auf einen möglichen Zeitpunkt solcher Maßnahmen wollte sich aber niemand festlegen, mit der Schließung von Instituten bereits im kommenden Wintersemester sei jedoch nicht zu rechnen.

Zusammenarbeit aller Gremien nötig

In der sehr lebhaften Diskussion, in welcher auch das Publikum wichtige Impulse gab, wurde unterstrichen, dass der Protest der Universitätsbediensteten erst am Beginn stehe. Weitere Aktionen seien geplant, und insbesondere die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Hochschulgremien solle intensiviert werden. Ein Auseinanderdividieren von Studierenden, universitärem Mittelbau und Hochschullehrern schade nur dem gemeinsamen Ziel einer Änderung der Hochschulpolitik der Bundesregierung. Wichtig dabei sei auch, sich auf die Stärke der Universität Salzburg zu besinnen und diese nicht schlecht zu reden.

(Ursula Quass & Sebastian Bollig)
 

Links zum Thema:

ÖH Salzburg Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Resolution des Senats zur Uni-Reform Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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 So manche Professorin redete sich in Rage.
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 Ass.-Prof. Maximilian Fussl erläuterte das Vorgehen der Gewerkschaft.
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