Werbung Zurück zur aktuellen Ausgabe
Ausgabe Nr. 91 - Donnerstag  10.5.2001 - Seite 2
Werbung
     
  SalzBurger Köpfe
Neulich im SalzBurger:
am 26.4.2001
Mongolischer Kulturtag


Alle frueheren Ausgaben - im SalzBurger-Archiv
Hier koennen Sie die Mannschaft des SalzBurgers kennenlernen!

Post an den SalzBurger abschicken

Tagebuch eines Volkszählers


Die Volkszählung ist in aller Munde, wie aber die “rauhe” Wirklichkeit hinter den Kulissen, sprich der Alltag eines Zählorgans ausschaut, haben wir für Sie recherchiert. Drei “Volkszähler” haben uns Rede und Antwort zu unseren Fragen gestanden.

 
Was heute noch serviert wird:

Trara Trara, die Volkszählung ist da! (auf Seite 1)


Die drei Studentinnen aus Salzburg sind über einen Aushang in ihrem Wohnheim zu dem Job eines Zählorgans gekommen. Nach eineinhalbstündiger Einschulung wurden sie mit pastellfarbenen Fragebögen ausgerüstet auf die Bevölkerung “losgelassen”. Ihre Erfahrungen während dieser Tätigkeit haben sie exklusiv dem Salzburger mitgeteilt.

Auf unsere Frage, wie denn die Leute auf sie reagieren, bekamen wir verschiedene Antworten. Marlene z.B. meinte, die meisten wären “freundlich und entgegenkommend, obwohl einige auch gestresst reagieren.” Die Erfahrung der anderen beiden waren eher von negativer Natur. “Die meisten Leute reagieren widerwillig, gestresst, gelangweilt, viele machen die Türe gar nicht erst auf, obwohl sie da sind, bzw. sind nie zu erreichen. Bei manchen Haushalten waren wir schon an die zehn Mal, ohne etwas auszurichten.”

Durchschnittlich fünf Mal und öfter müssen die Zählorgane zu einem Haushalt gehen, bis alles erledigt ist. Hilfe brauchen eigentlich nur die älteren Leute beim Ausfüllen der Fragebögen. Meist ist eine Extraerklärung nicht notwendig. Ein Besuch dauert von fünf Minuten bis zu einem Kaffeeklatsch. Der gehört aber eher zur Seltenheit. Die meisten Leute stehen dem ganzen negativ gegenüber, meinen, sie hätten keine Zeit für so etwas und erschweren oft die Arbeit der Zähler.

Zu dem System selber sagen die Zähler:”Es ist völlig veraltet, furchtbar umständlich und absolut nicht mehr zeitgemäß. “ Pro Haushalt mit einer Person werden drei Fragebögen plus eine Erklärung verteilt. Die meisten Leute wissen generell von der Volkszählung, aber die Arbeitsstättenzählung kam für viele überraschend.

Fazit

Alle drei Befragten Zählerinnen finden den Job viel zu zeitintensiv. “Es dauert immer ein paar Tage, bevor man sich überhaupt richtig auskennt und zu manchen Haushalten muß man sehr oft hingehen und kommt einfach zu keinem Ende. Das ist ziemlich frustrierend. “ Auf die Frage, ob sie die Stelle wieder übernehmen würden, antworten alle drei mit einem klaren und eindeutigen:”Nie wieder!”

(storgards, brand)
 

   
<< vorige Seite nächste Seite >>

 

Bepackt mit einem Haufen Formularen machen sich die Zählorgane auf den Weg.
Bepackt mit einem Haufen Formularen machen sich die Zählorgane auf den Weg.

Sieben verschiedene Formulare haben die Volkszähler zu verteilen.
Sieben verschiedene Formulare haben die Volkszähler zu verteilen.

 
     

Big Brother Awards Austria