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Ausgabe Nr. 82 - Montag  9.4.2001 - Seite 1
New Economy

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Lokalaugenschein
auf der CeBit 2001 -
Auf Blauzahn's Spuren


Alljährlich pilgern hunderttausende technikinteressierte Menschen aus aller Welt nach Deutschland, um sich auf der CeBit über Computer und Kommunikationstechnik von Morgen zu informieren. Der SalzBurger war für Sie dabei.

 
Was heute noch serviert wird:

Von Marktschreiern und verblendeten Strahlemännern - ein Rückblick auf die CeBit (auf Seite 2)


In Hannover, der Hauptstadt Niedersachsens, versammelt sich, auf über 400.000 Quadratmetern, alles was in der Computerbranche Rang und Namen hat. 8106 (!) Unternehmen aus 60 Ländern waren heuer vertreten und baten ihre Waren und Dienstleistungen wohlfeil.

Drei unerschrockene Redakteure vom SalzBurger folgten dem Ruf der CeBit und haben sich für sie umgesehen. (Wer hinter dem Namen CeBit spektakuläres vermutet, irrt. Die schlichte Übersetzung lautet "Centrum der Büro- und Informationstechnik")

Abendkleidung obligat


In gewohnt studentisch - saloppem Outfit fanden wir uns frühmorgends an der Messekassa ein, um locker lächelnd 65 deutsche Mark Eintritt hinzublättern. Obwohl auf den Eintrittskarten nichts von Abendkleidung stand und keine Damenspenden verteilt wurden, haben wir heimlich unser "Räuberzivil" verwünscht. Die meisten Anwesenden waren in feinstes Tuch gehüllt und wir hätten uns im Nadelstreif mit Kravatte besser getarnt gefühlt.

Zu sehen gab es unendlich viel. Von A wie außergewöhnlich innovativ bis Z wie zum Abwinken schlecht. Das gesamte Angebot der Messe ist zu Fuß, an zwei Tagen nicht vollständig zu erwandern. Dazu bedarf es wohl eines längeren Aufenthalts (und eines kleinen Leiterwägelchens, um die gesammelten Prospekte, Datenblätter, Werbegeschenke usw. wirbelsäulen - schonend heimzukarren.)

Schält, hobelt, singt und kocht


CeBit steht zwar für Big Business und millionenschwere Wirtschaftsaufträge, in einem unterscheidet sie sich aber kaum von der Salzburger Dult: Wer am lautesten schreit, verkauft am Besten. Es geht hier zwar nicht um Saftpressen oder Gurkenhobel, die Methoden jedoch gleichen sich.

Besonders "hip" sind die, die einen digitalen Assistenten vorweisen können. Der redet drein, brabbelt dazwischen oder stellt blöde Fragen.
Wer weis, wie lange sich Gurkenhobel noch ohne digitalen Assistenten verkaufen lassen.

Besonders cool in diesem Messefrühling: Häc-Mäc-Säc Gebrabbel in Kombination mit gelben Anzügen. Am Stand eines großen Computerviren-Jägers wurde der Kunde auf höchst unterhaltsame Art für dumm verkauft. Ein digitales Männchen "Säm" lokalisiert in Sekundenschnelle, weltweit böse Viren mit grünen Lichtstrahlen und sperrt sie in den firmeneigenen "Säc" (wohl eine Art Sack) aus dem es kein Entkommen gibt. Vermutlich gehen die Viren hier kläglich zugrunde, derweil das Männchen äußerst locker mit der Außenwelt telefoniert und das Publikum am "Schmäh" hält.

Bravouröse Wetterinszenierung


Derweilen man drinnen, berauscht von tausend und einer Weltneuheit, von einem Messestand zum Nächsten taumelt, zieht Petrus draußen alle Wetterregister. Sonnenschein, Regen und Schneesturm wechseln einander im 10 Minuten Takt ab. Einzig und alleine der Wind blies an allen Tagen gleich stark und kalt. Wir SalzBurger nahmen es gelassen und ließen uns derweilen bei einem Höchst - Preis - Kaffee von einer Kärtner Kellnerin angranteln.

Der König läßt bitten


Gelabt und von den Wetterkapriolen amüsiert, begaben wir uns auf die Suche nach einem der großen Newcomer des Jahres. Der nach dem Wickingerkönig "Blauzahn" benannte neue Funkstandard "Bluetooth" war allerdings noch nicht in Topform.
Einerseits davon beeindruckt, wie flott es sich damit via Laptop im WWW surfen ließ, mußten wir andererseits feststellen, daß sich das blaue Zahnderl nicht mit den, zur Satellitennavigation notwendigen Funkstrahlen, vertrug. GPS verweigerte in der von "Bluetooth" regierten Halle 13 seinen Dienst. Immerhin gab es eine Galerie mit ganz gewöhnlichen Ölbildern zu bestaunen, zu denen uns ein Bluetooth-Handheld PC Informationen lieferte, nach denen wir gar nicht gefragt hatten.

Werbegeschenke Säckeweise


Das Firmen Werbegeschenke verteilen um die Kunden auf sich aufmerksam zu machen war uns bekannt. Welche ausgefallenen Ideen manche Unternehmen jedoch bei ihren Werbegeschenken an den Tag legen war jedoch erstaunlich. Von kleinen Plastikgehirnen in Form von Schlüsselanhängern bis hin zu Tragetaschen auf dem ein "Arsch mit Ohren" abgedruckt war reichte die Kreativität. Als besonders begehrt stellten sich aufblasbare Rucksäcke und kleine Rollwägen heraus. Produkt- und Markentreu verteilte ein Handyanbieter die Werbegeschenke. Kleine Anstecknadeln in Form von Handys, die extakt der Form und dem Modell des Originals entsprechen und sogar geöffnet werden können. Einziger Nachteil: Mit den Mini-Handys kann nicht telefoniert werden. Als recht fragwürdig erschienen uns im Gegensatz dazu die Give-Aways eines anderen Handyanbieters, der mittels Lufballons, Lippenbalsam und Seifenablasen die Messebesucher anzulocken versuchte.

Gegen Ende der Messe war dann ein reger Tauschhandel mit den Geschenken zu bemerken. Wer in den Messetagen zuvor viel gesammelt hatte, bei dem waren die Chancen das eine oder andere Souvenir noch zu ergattern relativ hoch. Aber eins ist sicher: ohne Werbegeschenke nach Hause zu kommen war ein Ding der unmöglichkeit.

Carneval in Hannover


Zwischen den Messeständen gab es auch Gelegenheit, eine Menge phantastischer Figuren kennenzulernen. Die CeBit als "Disneyworld für Erwachsene" bot uns Gelegenheit, mit einem übermannshohen Paddington-Bear, laufenden Handys, feuerhaarigen Pumuckls und schwitzenden Kanguruhs zu schließen. Letzteres hatte wohl eher gelbe als blaue Zähne - in seinem Beutel entdeckten wir eine ganze Schachtel Zigaretten (hoffentlich war das Kostüm feuerfest).

Ausschließlich von Batterien, Bits und Bytes ernährt sich hingegegen ein bemerkenswertes Hündchen: Der japanische Unterhaltungselektronik - Gigant mit dem sonnigen Namen, präsentierte das pläsierliche Tierchen, das sich auf Befehl setzt oder einem rosa Bällchen nachhechelt. Faszinierend!

Zeitweise war bei einige Messeständen sogar richtiges Spielhallenflair zu genießen. "Ballern und baggern was das Zeug hält", war die Devise. Im gleichen Zug sind sicherlich auch noch die "Quizshows" zu erwähnen, bei denen es neben Webcams auch Handys und T-shirts zu gewinnen gab. Vorraussetzung für einen Hauptgewinn bei diesen Shows waren ein lautes Organ und großer Einfallsreichtum. Leider gingen wir SalzBurger bei jeder Raterunde leer aus.

Resümée

Wer auch nur einen Funken Interesse für zukunftsweisende Technik aufbringt, und davon gehen wir aus, sonst hätten Sie nicht bis hierher gelesen, dem sei ein Besuch der CeBit wärmstens empfohlen. Kleiner Tipp der Redaktion: bequeme Schuhe und ein großer Rucksack sollten auf jedenfall zu der Grundausrüstung jedes Messebesuchers gehören.

Sehen, staunen und Kontakte knüpfen - Der olympische Gedanke vom Dabeisein zählt.
(schorsch, iris)
 

   
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