Werbung Zurück zur aktuellen Ausgabe
Ausgabe Nr. 28 - Donnerstag  22.4.1999 - Seite 1
Lebensqualität

Werbung
     
  SalzBurger Köpfe
Neulich im SalzBurger:
am 20.4.1999
Auf Sand gebaut?

am 16.4.1999
Was sein sollte...

am 14.4.1999
Neu in der Mozartstadt


Alle frueheren Ausgaben - im SalzBurger-Archiv
Hier koennen Sie die Mannschaft des SalzBurgers kennenlernen!

Post an den SalzBurger abschicken

Wohnen in der Salzburger Altstadt


Als Hauptstadt der Wohnungsnot wurde Salzburg oft bezeichnet, und viele fragten sich, wie sich ein Durchschnittsverdiener in dieser Stadt ueberhaupt eine Unterkunft leisten kann. Zwar sanken die Wohnungsmieten in den letzten drei Jahren recht deutlich, trotzdem gibt es noch einen groesseren Nachholbedarf an kostenguenstigen Mietwohnungen.

 
Was heute noch serviert wird:

Wohnbau in der Altstadt (auf Seite 2)

Bewohner der Altstadt (auf Seite 3)

Kontaktadressen zum Thema Wohnen (auf Seite 4)


„Suche 2-Zimmer-Wohnung , ca. 50m², zentrumsnaehe, nicht mehr als 6.000,- inkl.“. Solche Anzeigen sind nur allzuoft in den diversen Tageszeitungen oder den Anzeigenblaettern zu lesen. Allerdings werden die wenigsten Gesuche dieser Art in Erfuellung gehen. Denn wer in Salzburg´s Altstadt wohnen will, der muss erstens ziemliches Glueck haben, eine freie Wohnung zu finden und zweitens sollte er finanziell „beguenstigt“ sein - sprich relativ gut verdienen. Was aber keineswegs heissen soll, dass zentrumsnah und preiswert sich ausschliessen.

Eine relativ guenstige und optimal gelegene Wohnung hat Frau Angelika R. erwischt. Zusammen mit ihrer Freundin bewohnt sie eine 3-Zimmer-Wohnung in der Griesgasse. „Es ist schon toll, hier im Zentrum von Salzburg zu wohnen. Von hier aus kann ich zu Fuss die fuer mich wichtigsten Institutionen in wenigen Minuten erreichen“, erklaert die 22-jaehrige Studentin. Fuer die rund 90m² Wohnung zahlen die beiden etwa 8.000,- Schilling (Euro 581,40) plus 320,- Schilling (Euro 23,25) Stromkosten. „Natuerlich haette es billigere Wohnungen gegeben, aber nicht in dieser Lage.“ Seit sie in Salzburg lebt – mittlerweile schon drei Jahre – wollte sie immer schon in der Altstadt wohnen. Anfangs bewohnte sie ein Garconniere in Itzling. „Von dort brauchte ich mit dem Rad 20 Minuten in die Stadt, mit dem O-Bus noch laenger. Das ging mir mit der Zeit ganz schoen auf die Nerven“, begruendet Frau R. ihren Umzug. Ihre Wohnungsuche gestaltete sich allerdings alles andere als einfach, schliesslich dauerte es fast ein Jahr, bis sie die passende Unterkunft gefunden hatte.

Dass es tatsaechlich nicht leicht ist, in der Stadt eine Wohnstaette zu bekommen, zeigt eine Wohnungsbedarfsprognose fuer den Zeitraum 1998–2002, die vom Landesstatistischen Dienst erstellt wurde. Laut dieser werden in der Stadt Salzburg rund 3.400 Wohnungen benoetigt. Das Wohnen in der Altstadt ist bei der Bevoelkerung sehr gefragt. Vor allem Altbau-Wohnungen der Kategorie A (Bad, WC und Zentralheizung) und B (Bad, WC und Einzelofenheizung) erfreuen sich - trotz des stolzen m²-Preises von 120,- Schilling (Euro 8,72) - grosser Beliebtheit. Die Wohnungsmakler koennen die Nachfrage gar nicht befriedigen, denn wer eine Altbauwohnung bewohnt, der zieht nicht mehr sobald aus. Allerdings werden laufend Substandardwohnungen (Kategorie D: nur Wasseranschluss oder keine Installation bzw. Badegelegenheit ohne Innen-WC) revitalisiert. Diese finden besonders bei jungen Paaren ohne Kinder und alleinstehenden Besserverdienern Anklang.

„Ich wohne seit nunmehr vierzehn Jahren in der Altstadt von Salzburg. Und ich koennte mir keinen schoeneren Wohnort vorstellen“, schwaermt der 45-jaehrige Unternehmer Michael O. Vor allem „den Flair, den diese Stadt ausstrahlt“ nennt er als den Hauptgrund fuer das Wohnen im Zentrum. Er habe zwar fuer seine Eigentumswohnung relativ viel zahlen muessen, doch sei ihm das auf jeden Fall wert. „Es gibt wahrscheinlich sogar mehr Nachteile als Vorteile fuer das Wohnen in der Altstadt. Aber darauf kommt es doch nicht an, solange man sich wohlfuehlt“, erklaert Herr O. Eine Meinung, die wohl auch die restlichen 2332 Bewohner der Altstadt mit ihm teilen. Denn bei der Befragung einiger Altstadtbewohner wurden vorwiegend Nachteile - wie z. Bsp. wenig Angebote an Lebensmittelgeschaeften, kaum Parkmoeglichkeiten, hoher Laermpegel in der Nacht, kein Garten bzw. fehlende Gruenflaechen - genannt.

Vor allem aber sind es die hohen Preise, die bei der Bevoelkerung fuer Kopfschuetteln sorgen. Salzburg galt und gilt immer noch als Hochpreisland, wenn es ums Wohnen geht. Noch heute muessen die Salzburger einen Tag im Monat mehr fuer ihre Wohnung arbeiten als die restlichen Oesterreicher.
1998 sanken die Mieten um 9,7 Prozent – und damit am staerksten in ganz Oesterreich – im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Preise fuer Eigentumswohnung sind um 4,3 Prozent zurueckgegangen. Nichtsdestotrotz hat Salzburg nach wie vor ein ueberdurchschnittliches Mietniveau. Lediglich in Innsbruck sind die Preise noch hoeher.

„Das Wohnen in der Altstadt ist zwar sehr teuer, aber es hat was“, versucht mir Frau R. klarzumachen. Wahrscheinlich hat sie Recht...
 

Links zum Thema:

Bausparerheim Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Salzburger Siedlungswerk Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
<< vorige Seite nächste Seite >>

 

Der hier sichtbare Teil bildet den Kern der Altstadt
Der hier sichtbare Teil bildet den Kern der Altstadt

Wer in der Getreidegasse wohnen will, der muß mit hohen Preisen rechnen
Wer in der Getreidegasse wohnen will, der muß mit hohen Preisen rechnen

 
     

Big Brother Awards Austria