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Ausgabe Nr. 26 - Montag  19.4.1999 - Seite 2
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Spontan und unvorhersehbar: Die Entwicklung des Improtheaters


Improtheater verlangt von den Schauspielern Spontaneitaet, Kreativitaet, Teamgeist und Mut zum Risiko. Denn es gibt kein Drehbuch, keine Requisiten, und das Publikum fungiert als Souffleur.

 
Was heute noch serviert wird:

"Fast Food" im Hexenhaeuschen: Impro-Show in der ARGE Nonntal (auf Seite 1)

Die Auster im Schrebergarten (auf Seite 3)


Der direkte Vorgaenger des modernen Improvisationstheaters ist die Commedia Dell´Arte. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts zogen Schauspielgruppen durch ganz Europa. Sie bedienten sich zwar eines gewissen festgesetzten Rahmens, aber ihr Dialog war improvisiert. Die Wurzeln des Improvisationstheaters in diesem Jahrhundert liegen im Wien der 20er Jahre. Jakob J. Moreno, Begruender des Psychodramas und einer Stegreifbuehne, hatte damit allerdings nur kurz Erfolg. Etwa zur selben Zeit entwickelte Viola Spolin in den USA eine neue Technik fuer den Schauspielunterricht. Diese basierte darauf, dass Kinder viel eher vom Schauspielhandwerk begeistert werden koennen, wenn der Unterricht aus einer Reihe von Spielen besteht.

Populaer gemacht hat Improvisationstheater allerdings der Englaender Keith Johnstone. Ende der 50er Jahre formulierte er seine Theorie ueber Spontaneitaet und Kreativitaet. Bei seiner Arbeit an den Royal Court Theatres machte er deutlich, wie weit sich das Theater vom "Mann von der Strasse" entfernt hat. Diese Ideen brachte er auch in seinen Unterricht an der University of Calgary ein. Die Schauspieler muessen aufhoeren zu denken, Spontaneitaet hat Vorrang. Denn Sportveranstaltungen wie Fussballspiele oder Boxmatches sind immer gut besucht, und die Besucher dieser Veranstaltungen wollte Johnstone wieder ins Theater zurueckholen. Sie waren schliesslich genau das Publikum, fuer das auch Shakespeare einst geschrieben hat.

Daher kombinierte er Theaterelemente mit denen des Sports: geboren war der Theatersport. Zwei Gruppen treten gegeneinander an und improvisieren um die Gunst der Zuschauer. Den Schauspielern werden bestimmte Aufgaben gestellt, das Publikum entscheidet, wem nach der jeweiligen Szene die Punkte zugesprochen werden. Moderiert und geleitet wird das Spektakel von einem Schiedsrichter, der keineswegs unantastbar ist, sonder von den Zusehern genauso ausgebuht werden kann wie die Schauspieler.

Zusammen mit Theatersport ist "Spot-Impro" die verbreitetste Form des Improtheaters. Die Schauspieler nehmen die Vorschlaege des Publikums auf und bauen sie sofort ("on the spot") in eine Szene ein. Das macht aus jeder Vorstellung eine Urauffuehrung.

Von Chicago und New York, den Hochburgen des Improtheaters, ist die Welle nach Europa uebergeschwappt. Auch immer mehr Schauspieler im deutschsprachigen Raum sind von der Unvorhersehbarkeit der Improvisation begeistert. Die Gruppe Fast Food wurde 1991 von Studenten der Theaterwissenschaft in Muenchen gegruendet. Damals noch ein Geheimtip, hat Fast Food jetzt schon sein eigenes Haus, das Fast Food Theaterhaus, in dem die Gruppe woechentlich auftritt. Regelmaessig werden Theatersport-Meisterschaften abgehalten. Letzte Woche war nun auch Salzburg Austragungsort eines Improwettkampfes.
 

Links zum Thema:

Umfangreiche englische Seite ueber Improvisationsthaeater Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Freestyle Theater in New York Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Deutsche ImproTheater-Kontaktstelle mit Kontaktadressen zu ImproShows und -workshops und einen "Improliga"-Rundbrief, Improtheater-Spielideen und Know-how-Pool Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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