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Es mag sie ja wirklich noch geben. Menschen, die sich zu Weihnachten nicht in die Masse der konsumwütigen Gesellschaft einfügen, die mit Geschenken um sich wirft. Jene Menschen, die am 24. Dezember brav in die Christmette gehen, vor dem Weihnachtsbaum Lieder anstimmen und bei denen wirklich einzig und allein die Besinnung auf die Geburt des Erlösers im Vordergrund steht. Aber auch diese Menschen sind mit der Begehung dieses Festtags einem Schwindel aufgesessen, der rund 1 800 Jahre zurückliegt und auf das Konto der Katholischen Kirche zu verbuchen ist. Denn in der gesamten Bibel gibt es nicht annähernd einen Hinweis darauf, dass das Jesuskindlein am 25. Dezember geboren sein soll. Selbst die Aufforderung, diesen Tag zu feiern, ist darin nicht enthalten.
Das Weihnachtsfest - damals nicht mehr als ein Mittel zum Zweck
Der 25. Dezember, der Tag der Wintersonnenwende, war ursprünglich in zahlreichen Kulturen ein heiliger Tag. Im vorderasiatischen Mithraskult wurde an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes gefeiert. Bei den Ägyptern wurde mit dem Isiskult die Geburt des Horus auf diesen Tag gelegt. Die Römer begingen an diesem Tag ihre feierlichen Saturnalien zu Ehren des unbesiegbaren Sonnengottes Saturn. Und die Germanen feierten im norddeutschen Raum bis hinauf nach Skandinavien ihr Mittwinterfest oder Julfest, zugleich ein Toten- und Fruchtbarkeitsfest. Die Katholische Kirche und ihr Ziel der Christianisierung aller Heiden wäre auf massiven Widerstand gestoßen, hätte sie den "Ungläubigen" diese Feste untersagt. Also wurde ein anderer Weg beschritten. Pabst Hyppolit versuchte um 217 sämtliche dieser Kulthandlungen damit zu beseitigen, dass er sie für seine Zwecke adaptierte und den 25. Dezember einfach als den Geburtstag Christi ausrief. Ein Krippensymbol, Weihnachtslieder und ein üppiges Festessen hinzugefügt und fertig war das selbst gebastelte Weihnachtsfest. Ein famoser Schachzug, denn durch diese Angleichung traten die ursprünglichen Bräuche mehr und mehr zu Gunsten dieses Weihnachtsfestes in den Hintergrund. Dass die Bibeltreue dabei auf der Strecke blieb, störte die Katholische Kirche wie bei zahlreichen anderen Feiertagen wenig. Aus kalendarischen Listen von 354 geht hervor, dass in Rom das Weihnachtsfest am 25.12.336 offiziell durch Papst Liberius gefeiert wurde. Im 7. und 8. Jht. setzte sich der Brauch, das Fest am 25. Dezember zu feiern, auch in Deutschland durch. 813 erklärte die Mainzer Synode diesen Tag offiziell zum "festum nativitas Christi".
Der Christbaum und der Weihnachtsmann
Der Christbaum war ursprünglich ein germanisches Fruchtbarkeitssymbol. Aber auch Papst Gregorius I gab die Anweisung, man solle die Bräuche und Glaubenslehren der Völker nutzen und nicht versuchen, sie auszulöschen. Wenn eine Gemeinschaft einen Baum anbete, so solle man ihn, anstatt ihn umzuhauen, dem Christus weihen und sie ihre Anbetung fortsetzen lassen.
Auch der Weihnachtsmann ist der alten germanischen Mythologie entlehnt: Der Donnergott Thor war ein älterer Mann mit einem langen weißen Bart, herzlich und freundlich und stämmig gebaut. Er fuhr in einem Wagen und sollte angeblich im Nordland leben. Sein Element war das Feuer, seine Farbe Rot. Die Feuerstelle eines jeden Hauses war ihm geweiht, zu der er durch den Kamin eines jeden Hauses hinunterstieg. So wurde aus Thor ihm Laufe der Zeit der Weihnachtsmann.
(mast)
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