Die Geschichte ist schnell erzählt. Die Bürgerinnen und Bürger hatten ein heimeliges traditionsreiches Kongreßhaus in der Auerspergstraße zwischen dem Fünf-Sterne-Hotel und dem Schloß Mirabell. Das war zwar nicht mehr ganz neu, aber viele, der hier "in die Salzburger Gesellschaft eingeführten" Mitglieder sind heute noch davon überzeugt, daß ein bißchen Renovieren und der Neubau eines Kongreßzentrums am Ausstellungsgelände Liefering den Stadtsäckel weniger gekostet hätten. Sei' s drum - die Honoratioren haben anders entschieden und, ja wann eigentlich?, zu bauen begonnen.
Seit Samstag, 23. Juni im Jahr des Herrn Zweitausendundeins, ist endlich fertig gebaut. Die "marginale Kostenerhöhung" (Orginal-Ton Vizebgm. Karl Gollegger) ist den Stadtvätern verziehen und einen feierlichen Festakt später, den zu besuchen sich die SalzBurger-Redaktion erspart hat (wenn der Landespapa schon nicht zu Wort kommen sollte), lud die Salzburg Congress zum ersten gesellschaftlichen Highlight im neuen Haus an der Auerspergstraße, dem Eröffnungsball des neuen Salzburger Kongreßhauses.
Der SalzBurger tanzt an
In Erinnerung an glamouröse Ballnächte vergangener Jahre, erwarb die SalzBurger Redaktion zwei Karten, zum ermäßigten Studententarif von 300 statt regulär 450 Schilling, warf sich in Abendkleidung und anschließend ins Ballgeschehen. Schließlich wollten wir auch dabei sein, um dereinst unseren Enkeln von dem "historischen" Moment erzählen zu können.
Am Tag nach der historischen Wiedereröffnung fällt es schwer ein Urteil zu fällen. Eindrücke aus dem Foyer, das die Besucher mit dem Charme einer Flughafenabflughalle empfängt und eines Europasaals, der mit Neonbeleuchtung und rot-speckigen, unpolierten Wänden eher Assoziationen an eine Feuerwehrzeugstätte weckt, mischen sich mit Eindrücken von Cafe-Zonen, die in warmen, gemütlichen Holztönen gehalten sind und edlem dunklen Parkettboden der in allen Sälen zum Tanzen einlädt.
Über der "Skyline" Salzburg's
Eine Skybar im vierten Stock ermöglicht zwar, den Blick auf den, in romantischen nächtlichen Lampenschein getauchten Kurgarten, und die Rainerstraße und lädt auch zu einem gemütlichen Drink ein, verdient aber den Namen "Skybar" nicht so recht. Schließlich sind "Sky-scraper" in Salzburg auch sehr selten anzutreffen.
Besondere Erwähnung verdienen, nach Meinung der anwesenden Damen, die in der Salzachmetropole erstmals gesichteten "Damenpissoirs" im neuen Kongreßhaus. Anfängliche Schwierigkeiten im korrekten Umgang mit den hüfthoch montierten Keramikschüsseln werden sich im Laufe der Zeit hoffentlich legen.
Fazit
Der Ball selbst glänzte durch spartanische Dekoration, die allerdings durch vollzählig versammelte Polit-Prominenz wettgemacht wurde, sowie den fulminanten Auftritt der "Rounder-Girls", die Soulstimmung in die Salzachmetropole brachten und einen verspäteten Taxi-Orange-Max, der seine lauten Freunde zum gemeinsamen Musizieren mitbrachte.
Eine bayerische Salsa Band und eine fetzige Discothek im Erdgeschoß rundeten das Ballprogramm ab und halfen über die wehmütigen Erinnerungen an rauschende Stunden vergangener glanzvoller Ballnächte hinweg.
Um Freundschaft mit dem neuen Kongreßhaus zu schließen, werden noch einige Besuche notwendig sein. es wird keinem Salzburger, der mitreden will, erspart bleiben, sich selbst ein Bild zu machen. Der Salzburger Kongreß tanzt jedenfalls wieder und Gelegenheit, sich umzusehen wird es bestimmt noch geben.
(schorsch)