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Ausgabe Nr. 24 - Donnerstag  15.4.1999 - Seite 1
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Krabbelstube - Ersatz fuer die "Familienidylle"


Um einen Platz in einer Krabbelstube zu bekommen, bedarf es jederMenge Energie und Ausdauer. Wartezeiten von einem halben Jahr sind der Regelfall. Für Muetter, die sich in außergewoehnlichen Situationen befinden kann dies unertraeglich werden.

 
Was heute noch serviert wird:

Kinderbetreuung in der Stadt Salzburg (auf Seite 2)

Formen der Kinderbetreuung - Service (auf Seite 3)


Frau Astrid W. hat es nicht leicht. Sie ist allein erziehende Mutter des dreijaehrigen Patrik. Auch fuer den Kleinen ist es nicht immer einfach mit der Situation fertig zu werden. Während der ersten Lebensjahre "genoss" er die Gegenwart seines psychisch labilen Vaters, der ihn mehr oder weniger sich selbst ueberliess. In dieser Zeit sorgte die Mutter Tag und Nacht fuer das Einkommen, um die Familie ernaehren zu koennen. Seit einem Jahr sind die beiden auf sich selbst gestellt. Die Folgen der Vernachlaessigung durch den Ex-Lebensgefaehrten und Vater lassen sich bei Patrik nicht verbergen. "Der Bub hat sehr gelitten, aber mit dem muss man fertig werden.", erklaert Frau W.

"Seit einem Jahr und drei Monaten arbeite ich halbtags, 25 Stunden in der Woche, zuvor arbeitete ich tagsueber als Putzfrau und in der Nacht als Kellnerin. Das ist mein erlernter Beruf.", berichtet die voellig ueberlastete Frau. Sie ist absolut nicht mit ihrer momentanen Lebenssituation zufrieden und fuehlt sich finanziell und psychisch ueberfordert. "Ich nehme inzwischen schon Nerventropfen, aber das ist auch nichts auf die Dauer." Besonders wuerde sie sich wuenschen, ihrem Sohn mehr bieten zu koennen, ebensoviel wie andere Muetter unter anderen Lebensumstaenden. Einfach ein kleines Geschenk zwischendurch.

"Als alleinstehende Frau ist man gezwungen von irgend etwas zu leben." Deshalb sieht Frau W. keine andere Moeglichkeit, als Patrik tagsueber in einer Krabbelstube unterzubringen. Bis sie einen Platz gefunden hatte, verging allerdings ein halbes Jahr. Erst als die verzweifelte Mutter fuer die Beamten unangenehm zu werden drohte, reagierten sie. "Entweder ihr findet fuer meinen Sohn einen Platz in der Krabbelstube, oder ich lasse ihn hier", so machte sie auf ihre aussichtslose Situation aufmerksam.

Seit Oktober ist Patrik in der privaten Krabbelstube des Airportcenters im "Himmelreich". Er fuehlt sich dort sichtlich wohl. "Es geht ihm nichts ab, ich muss ihn jetzt immer erpressen, dass er mit nach Hause kommt." Laut seiner Betreuerin Silvia B. erfaehrt Patrik nun zum ersten Mal eine richtige Erziehung. Schwierig fuer die Mutter ist nur, dass das übliche Mutter-Kind-Verhaeltnis aufgrund der Arbeitsbedingungen sehr leidet.
 

Links zum Thema:

Ceiber Weiber - Buero fuer Frauenfragen und Gleichbehandlung des Landes Salzburg Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Arbeitsmarktservice Salzburg Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes, Moeglichkeit zur Suche nach dem Salzburger Tagesbetreuungsgesetz Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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Kinder beim Spielen in der Airportcenter-Krabbelstube
Kinder beim Spielen in der Airportcenter-Krabbelstube

Betreuerin Silvia B. mit ihren Schützlingen
Betreuerin Silvia B. mit ihren Schützlingen

 
     

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