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Ausgabe Nr. 127 - Mittwoch  19.12.2001 - Seite 5
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  SalzBurger Köpfe
Neulich im SalzBurger:
am 17.12.2001
Eine schöne Bescherung.


Der aktuelle Blick über den Tellerrand - rund um den SalzBurger

Ikarus nicht nur für Kinder „Der Himmel ist blau und auch das Meer“ heißt die Geschichte von Josee Hussaarts. Das „Theater Ecce“ und die „Kleine ARGE“ haben daraus ein Theaterstück für Kinder produziert und führen es heute um 14.30 im Kulturgelände Nonntal auf. Aber das Stück über einen Fischer und einen kleinen Vogelfänger und vor allem über Ikarus, der den Mut hatte, zur Sonne zu fliegen, ist nicht nur für Kinder, sondern eigentlich für alle zwischen 4 und 99 Jahren ein schönes Erlebnis in der Vorweihnachtszeit.

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Schau, ein Salzburger


Eine Glosse von Thomas Neurauter

 
Was heute noch serviert wird:

Das seltsame Verhalten von Salzburger Politikern und Bürgern zur Vorweihnachtszeit (auf Seite 1)

Die soziale Komponente des Advents (auf Seite 2)

Der Ursprung des christlichen Weihnachtsfestes - eine geschickte Manipulation (auf Seite 3)

Denk ich ans Christkind in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht (auf Seite 4)


Die ruhigste Zeit im Jahr. Besinnlichkeit. Endlich auch Schnee. Ok, ok: Irgendwo schlägt angeblich auch so was wie "Kaufrausch" zu - wer auch immer was damit anfangen kann, soll halt rauschig werden. Apropos, und um's nicht zu vergessen, Vorweihnachtszeit ohne den obligatorischen Christkindlmarktbesuch, das schafft ja nicht einmal unser Herr Landeshauptmann, aber der wird ja vermutlich müssen. Nur was wird einem dort - neben haufenweise Ramsch - geboten? Marktübliche Eitelkeiten? Weit gefehlt - außer mir wurde da eine Neudefinition nicht mitgeteilt: Ob der klimatischen Erfordernis der externen Wärmezufuhr bietet sich das gar wenig besinnliche, dafür umso hoch-geistigere Bild der glühwein-konsumptiv gelallten und gerempelten Heiterkeit. Umrahmt von bemüht niederschallenden "Jingle Bells". Man bemerke: In der "Mozart"-Stadt. Tschuldigung, jetzt bitte nicht im Grab umdrehen.

Man tut sich ja aber auch schwer, vom Christkindlmarkt wieder wegzukommen. Der nie enden wollende Zustrom von Besuchern verunmöglicht das Verlassen ja quasi. Schafft man's trotzdem - mit einer gewissen temporären Verzögerung hat's noch jeder zu Wege gebracht - und begeht den Fehler Nummer Eins, durch die Altstadt zu schlendern (blöd aber auch, wenn man dort wohnt...), wird man derzeit vermehrt zur touristischen Wegweis- und Auskunftsstelle umfunktioniert - sofern man Fehler Nummer Zwei begeht, die Frage nach der Salzburger Wohnhaftigkeit zu bejahen. Im Sinne der touristischen Ausrichtung der Salzburger Wirtschaft geziemt es sich eigentlich, möglichst multilingual aufgewachsen zu sein, um den informationstechnischen Bedürfnissen der Gäste gerecht werden zu können. Vorschlag: Permanente Sprachkurse für Einheimische inklusive verpflichtender Taxler-Ausbildung, auf dass Salzburger Gäste nicht ständig auf ihrer verzweifelten Suche in den Krieg geschickt werden.

Sei's drum: Man ist ja hilfsbereit, da man selbst auch ab und an eine Reise tut und nicht jeden Winkel der Erde wie seine Westentasche kennt. Aber irgendwann ist einfach Schluss. Spätestens dann, wenn sich der Stolz - der zugegebenermaßen hie und da die Brust ob der Tatsache schwellt, dass man in einer recht netten Häuseransammlung seine Wohnstatt aufgeschlagen hat - in sein Gegenteil verkehrt. Stellen Sie sich vor es geht Ihnen wie mir: Sie werden von zwei reiferen bundesdeutschen Damen gefragt, ob Sie in Salzburg heimisch seien. Ordnungsgemäß beauskunften Sie die Fragestellerinnen mit einem höflichen Ja. Bevor die anstehende Wegbeschreibungsfrage durch die klirrende Kälte an Ihr stadtplan-studiertes Hirn klopft, verfallen die Gästinnen in ein begeistertes "Schau, ein Salzburger!"

Spätestens wenn sie dann noch begännen Sie zu füttern, würden Sie vermutlich auch mit dem Gedanken spielen, Ihre domizile Enscheidung neu zu überdenken. Wo sind wir denn, im Zoo? Und überhaupt: Hat es sich nur noch nicht bis zu mir herumgesprochen, dass man Salzburg im Advent für Touristen zu räumen hat?

Mir konnte jedenfalls mein aktueller "Lieblingsanblick" von Gruppen wild um sich knippsender Japaner, bis zur Erschöpfung alkoholisiert und trotzdem noch in der Lage, sich über ihre urlustigen - weil blinkenden - Weinhachtsmannkappen zu freuen helfen, die nötige Relation zu Touristen, Besäufnis/Besinnung und der Unwichtigkeit der Vorweihnachtszeit wieder herzustellen. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei und irgendwann haut's wohl alle Sicherungen durch.

(tn)
 

   
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