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Ausgabe Nr. 38 - Donnerstag  6.5.1999 - Seite 4
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Kulturpolitik und Sammlung Batliner


Interview mit Hildegard Fraueneder, Leiterin der Galerie 5020, Lehrbeauftragte fuer Kunstgeschichte an der Universitaet Salzburg und am Mozarteum

 
Was heute noch serviert wird:

Museum am Moenchsberg (auf Seite 1)

„Oesterreich, was ist das?“ (auf Seite 2)

Entwicklungen am Museumssektor (auf Seite 3)

Bilbao´s Schritt ins naechste Jahrtausend (auf Seite 5)


F: Wie stehen sie zum Museum am Moenchsberg?

A: Die Salzburger Museen leiden unter Raumnot, es fehlt ein grosser Ausstellungsraum. In das neue Museum sind grosse Hoffnungen gesetzt worden, jetzt ist die Enttaeuschung umso groesser. Klaus Schroeder hat die Fachleute nicht angehoert, sondern die Strukturen auf politischer Ebene fixiert. Dass die Sammlung Batliner fuer 10 Jahre in der Sammlung des Museums haengen soll, ist ein kulturpolitisches Desaster. Diese Werke sind nicht 10 Jahre lang von Interesse.

F: Wie sind die ueblichen Vertragsbedingungen fuer Leihgaben aus Privatsammlungen ?

A: Die Dauer wird meist auf zwei bis drei Jahre fixiert, die Werke werden durch ihre oeffentliche Ausstellung nobilitiert, sie erfahren eine Wertsteigerung. Jeder private Sammler erwirbt seine Bilder aus seinem subjektiven Werturteil heraus, was eine unterschiedliche Qualitaet der einzelnen Stuecke zu Folge hat. Ein Museum muss aber bestrebt sein, dem Betrachter eine Orientierung zu geben. So gesehen sind nicht alle Bilder einer Privatsammlung fuer eine Ausstellung geeignet. Batliner hat seine Sammlung mehreren deutschen Museen angeboten, keines davon war bereit, sie aufzunehmen.

F: Wie ist es dazu gekommen, dass die Sammlung Batliner so bevorzugt wurde ?

A: Batliner ist ein Foerderer der Salzburger Festspiele und befindet sich im engen Kreis von LH Schausberger. Es wird keine Kulturpolitik gemacht, in dem Sinne, dass die Kultur gefoerdert und unterstuetzt werden soll, als Wert an sich, sondern das Kulturverstaendnis der OeVP-Riege ist immer in oekonomischen Zusammenhaengen zu sehen, mit Tourismus, mit Besuchern. Was zaehlt, ist die Umwegrentatbilitaet. Da erweist sich Schroeder als idealer Verhandlungspartner fuer die Politiker: er steht in einem oekonomischen Kulturbetrieb, er ist ein Manager, der mit dem wirtschaftlichen Denken gross geworden ist.

F: Vertritt die SPOe einen anderen Standpunkt in der Kulturpolitik?

A: Der Kulturlandesrat Othmar Raus ist als Kulturpolitiker nicht praesent.

(Helga Pentek)
 

Links zum Thema:

Galerie 5020 Link zu einer Seite ausserhalb des SalzBurgers!

   
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Das Barockmuseum im Schloß Mirabell – eines von vielen Museen in Salzburg
Das Barockmuseum im Schloß Mirabell – eines von vielen Museen in Salzburg

 
     

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