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Ausgabe Nr. 3 - Mittwoch  18.11.1998 - Seite 1
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Der Stuntman als Taxifahrer


Nacht für nacht fährt Martin Sinn Taxi in der Stadt Salzburg. Seit zehn Jahren ist Martin Sinn des nächtens mit seinem Taxi auf den Straßen der Mozartstadt unterwegs.

 
Was heute noch serviert wird:

Nachttaxis in Salzburg (auf Seite 2)


”Es ist weniger Verkehr und somit weniger Hektik und Stress auf den Straßen“, meint er auf die Frage, warum er in der Nacht arbeitet. Außerdem braucht er den Tag für andere Dinge: Der Taxifahrer vereint nämlich gleich drei Beschäftigungen in seiner Person: Als Stuntman springt er von Häusern und fällt über Stiegen. Zu sehen war er schon bei den ”Drei Musketieren“ oder verschiedenen Dokumentationen. Seit dreizehn Jahren stählt Sinn seinen Körper für solcherlei ”Action“ beim Mittelgewichts - Boxen. ”Für das Training ist die freie Zeiteinteilung, die ich durch das Taxifahren habe, sehr wichtig.“, so der selbständige Taxiunternehmer.

Ohne Stunts durch den Verkehr
Der Staatsmeister im Mittelgewicht - Boxen ist aber auch bei diversen Stuntshows derjenige, der sich mit Autos überschlägt. Somit wundert es niemanden, wenn er beim Taxifahren einer etwas ruhigeren Beschäftigung nachgeht. Fahrgäste, die in das Taxi mit dem Kennzeichen ”S - Stunt 1“ einsteigen, brauchen keine Angst vor derartiger ”Action“ zu haben. Im Gegenteil. Sicher und schnell bringt er jeden an seinen Bestimmungsort. ”Seit zehn Jahren fahre ich unfallfrei“, erzählt Martin Sinn stolz.

Als Taxifahrer Lokalkenner
Als Taxifahrer in der Nacht hat sich Martin Sinn zum Lokalspezialisten entwickelt. Die Nachtschwärmer, die etwas erleben wollen, aber nicht ortskundig sind, bringt er je nach Bedarf in das passende Lokal. ”Als Taxifahrer bin ich außerdem Experte auf dem Gebiet der Nachtlokale geworden.“, so Sinn. Im Bereich der Bordells weiß er bestens Bescheid über Preise, Niveaus und Auswahl in den einzelnen Etablissements - im Zuge dieses Berufs sozusagen ein unerläßliches Muß.

Viele ”lustige“ Nachtschwärmer in Salzburg
Natürlich hat das Fahren in der Nacht auch seine Schattenseiten. ”Man muß sich mit vielen Betrunkenen herumärgern“, so der 33-jährige Taxifahrer. Oft wissen die Betreffenden, die über den Durst getrunken haben, nicht mehr wo sie hinwollen, oder der Taxifahrer fragt sich: ”Kotzt er oder kotzt er nicht ins Taxi.“ Auch ist oft nicht so sicher, ob die Fahrgäste ihre Fahrt auch tatsächlich bezahlen können. Andere wiederum werden aggressiv, weil ihnen die Fahrtstrecke nicht paßt. ”Da kann es dann schon vorkommen, daß ein Fahrgast vorzeitig aussteigen muß“, macht der Amateur-Boxer kurzen Prozess.
Ansonsten geht es zu fortgeschrittener Stunde manchmal recht hoch her im Taxi. ”Oft passieren ganz lustige Sachen mit den Fortgehern“, meint Sinn. Auf alle Fälle wird es ihm auch zu nächtlicher Stunde selten langweilig mit seinen Fahrgästen. ”Man sieht viel, die Zeit vergeht schnell und ich sitze nicht irgendwo drin.“, so meint Martin Sinn über seinen Beruf.
(Maria Etztelsdorfer)
 

   
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Der Taxifahrer - Tag und Nacht in Salzburg im Einsatz
Der Taxifahrer - Tag und Nacht in Salzburg im Einsatz

 
     

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