Schreibwerkstatt
Basics journalistischer Textformen

[Just the facts, ma'am]

[Nachricht & Bericht]

[Reportage & Feature]

[Interview]

[Analyse & Meinung]

[Recherche]

[Alles relativ]

MEINUNG: Die Bewertung eines Ereignisses | Meinungen -- in Form von Glossen, Kommentaren, Leitartikeln -- sind die Bewertung eines Ereignisses durch den Schreibenden. Wie Berichte hängt ihre Qualität von guter Recherche und einem korrekt erfasstem und wiedergegebenen Sachverhalt – Kommentare sind kein Freibrief für falsche Information Unwissenheit, sonst gehören sie in den Bereich von Demagogie oder Stammtischdebatten.

Glossen sind polemische und/oder ironische Kommentare, die sich aufgrund ihrer Polemik der rationalen Auseinandersetzung weitgehend entziehen. Sind sie gut, können sie literarische Qualität besitzen, das "Streiflicht" der Süddeutschen Zeitung ist ein Exemplar dieser Gattung. Sprachlich erlaubt ist in der Glosse (fast) alles, was nach Auffassung des Autors dem Ausdruck dienlich ist -- über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Gute Kommentare und Leitartikel basieren auf einer pointierten Wiederholung des Sachverhalts, begründen warum ein Ereignis der Kommentierung bedarf; es folgt eine Analyse der Umstände und die persönlichen Argumente und Schlussfolgerungen des Kommentators. Kommentare sollen zum Verständnis eines Ereignisses beitragen, selbst wenn Leserin und Leser die Meinung des Kommentators schlussendlich nicht teilen. Leitartikel sind traditionell der ausführliche Kommentar eines Mediums, der die Blattlinie zu einem Thema wiedergibt.

Die Formen und Elemente der Textform Meinung sind mischbar: Auch seriöse, gut argumentierte Leitartikel können stellenweise mit Polemik arbeiten. Glossen können Ereignisse durchaus analytisch aufarbeiten.

ANALYSE | Erklärung komplexer Sachverhalte | Analysen arbeiten Berichte auf, indem sie die Nachricht in ihrem Kontext verständlich machen und anhand weiterer Fakten und Hintergründe Zusammenhänge darstellen. Darin ist naturgemäß Bewertung enthalten, aber sie enthalten sich der persönlichen Bewertung im Rahmen der Werte des Autors oder der Blattlinie; sie geben keine Handlungsanweisungen oder Handlungsaufforderungen, wie dies Kommentare tun.